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Archiv für den 03. Mai 2010

THE MESSENGERS (Universum Film)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

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Die Story dieses Streifens kann man eigentlich sehr schnell auf den Punkt bringen: Tochter baut Mist. Familie muss an ihre Ersparnisse, zieht aufs Land, will ein neues Leben beginnen, in dem Haus, das sie gekauft haben spukt es; Tochter sieht die Geister, Kleinkind sieht die Geister; Eltern zuerst nicht. Tochter erzählt es den Eltern, die glauben ihr nicht. Geister kommen wieder. Eltern begreifen es dann auch. Diese Story ist mittlerweile dermaßen durchgenudelt, dass es fast keinen Spaß mehr macht, sie zusammenzufassen. Ich denke trotzdem, dass nun jeder weiß, was ihn bei Ansicht von „The Messengers” erwartet. Gegen Ende gibt es dann zwei kleinere Twists, von dem der eine vorhersehbar, der andere aber immerhin einigermaßen überraschend ist.

Schauspielerisch hält sich das alles auf sehr überschaubarem Niveau und auf eine Charakterzeichnung hat man komplett verzichtet. Die Rollen bleiben allesamt oberflächlich und auch die „Panic Room”- erprobte und nun dank Twilight zur Ikone aufgestiegenen Kristen Stewart kann diesbezüglich keine besonderen Pluspunkte sammeln.

Dennoch ist der Film nicht so schlecht, wie man das nun meinen könnte. Die Gebrüder Pang, die im asiatischen Raum absoluten Kultstatus einnehmen, legen bei ihrem Hollywood-Debüt nahezu alles an Budget in die Effekte und daher gibt es diesbezüglich auch wenig zu meckern. Die Atmosphäre ist schön gruselig und insbesondere die Geräuschkulisse partiell durchaus erschreckend.

Dennoch kommen sie an ihre genialen Vorgänger wie „The Eye” oder „Re-Cycle” qualitativ nicht annähernd heran. Außerdem klauen sie doch wirklich in den wohl besten zwei Minuten des gesamten Streifens ihre eigene Idee, indem sie sie berühmte Aufzugszene aus erstgenanntem Film hier einfach übernehmen und nur den Schauplatz wechseln.

Insgesamt ist „The messengers” kein richtig mieser Film geworden. Doch leider haben die Herren Pang ihren eigenen Standard sehr hoch gesetzt und scheitern an der großen Erwartungshaltung. Für Menschen die gerne erschrecken, sei „Amityville Horror” (Remake) empfohlen, der eine ähnliche Story bereithält – diejenigen die auch noch gute Charaktere sehen wollen schauen sich noch einmal „The Others” an.

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AN AMERICAN CRIME (Capelight/Alive)

am 03. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir befinden uns im Amerika der 60er. Sylvia und Jennie sind Schwestern, deren Eltern ihr Geld auf verschiedenen Rummelplätzen verdienen. Das bedeutet für die beiden, dass sie ständig umziehen müssen. Ihr Vater will ihnen das diesmal ersparen und gibt sie in die Hände einer Pflegemutter, die er allerdings kaum kennt. 20 Dollar die Woche verlangt Gertrude Baniszewski, die bereits sieben eigene Kinder aufzieht, aber jeden Cent benötigt, auch weil ihr 20 Jahre jüngerer Freund sie ständig finanziell anbettelt und sie immer wieder nachgibt. Anfangs scheint auch alles harmonisch zu verlaufen und Sylvia freundet sich mit Paula, der ältesten Tochter, an. Diese vertraut ihr an, dass sie von ihrem verheirateten Freund schwanger ist. Als dieser Paula bedrängt, versucht Sylvia ihr zu helfen und verplappert sich dabei. Kurz darauf weiß die halbe Stadt von der ungewollten Schwangerschaft. Daraufhin ist Paula extrem angefressen und erzählt ihrer Mutter, dass Sylvia Gerüchte verbreite, die sie als Nutte darstellen, was natürlich nicht den Tatsachen entspricht. Trotzdem ist es für die labile Gertrude ein Grund, ihrem Pflegekind eine Lektion zu erteilen. Anfangs gestaltet sich das noch relativ harmlos, doch dann verbannt sie Sylvia in den Keller und fügt ihr dort über Wochen fürchterliche Qualen zu. Davon wissen auch die Nachbarskinder. Doch statt zu helfen, beteiligen sich diese an den Folterungen, bis es zur Katastrophe kommt.

„An american crime” bekommt durchweg überragende Kritiken, denen ich mich allerdings nur mit Einschränkungen anschließen kann. Schauspielerisch ist das ganze wirklich gelungen. Auch wenn ich finde, dass Ellen Page schon bessere Performances hingelegt hat, ist ihre Darstellung der Sylvia durchaus glaubhaft. Cathrine Keener als Pflegemutter, die sogar 17-jährige angräbt um Bestätigung zu erhalten und sich von der netten Gerti zur besessenen Furie verändert, gefällt mir aber noch ein ganzes Stück besser.

Dieser Fall soll sich zur damaligen Zeit wirklich zugetragen haben, da dieser Film auf den Prozessakten aufgebaut ist. So werden dem Zuschauer zwischen den Geschehnissen immer die Zeugenbefragungen des Staatsanwaltes eingeblendet, ähnlich wie man das schon von „Emily Rose” kennt.

Dennoch ist die Geschichte für mich in dieser Form nicht ganz glaubwürdig. Die Neuigkeit der ungewollten Schwangerschaft verbreitet sich innerhalb von 2 Tagen in der kompletten Stadt. Dass im Keller des Hauses von Madame Baniszewski ein Teenager wochenlang gefangen gehalten und gefoltert wird, aber nicht. Oder ist der ganze Ort so gestört, dass nicht einer sich erbarmt, die Sache der Polizei zu melden? Auch dass nahezu alle Nachbarskinder in das Haus kommen um Sylvia zu quälen und keiner von ihnen auch nur den Ansatz eines schlechten Gewissens hat, erscheint mir doch sehr weit hergeholt.

Sehr überzeugend hingegen sind die letzten zwanzig Minuten mit einer wirklich gelungenen Traumsequenz, die sich erst im Nachhinein als solche entpuppt. Ansonsten bleibt die Regie eher unaufgeregt und konzentriert sich auf die Geschichte.

Insgesamt weiß „An american crime” hauptsächlich aufgrund seiner guten Darsteller zu punkten. Auch wenn alles angeblich genauso abgelaufen sein soll, erscheinen mir manche Dinge sehr unwahrscheinlich. Außerdem hat der Film anfangs durchaus mit einer gewissen Langatmigkeit zu kämpfen. Trotzdem gibt es hierfür 5 Chuckys – jedoch kann ich mich den nahezu euphorischen Kritiken nicht ganz anschließen – oder meine Erwartungshaltung war einfach zu hoch.

5chuckys

MEIN KIND VOM MARS (Warner Home Video)

am 03. Mai 2010 unter Drama, Komödie abgelegt

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Es gibt Filme, deren Inhalt liest man sich gar nicht durch, sondern nimmt sich die DVD mit, weil ein gewisser Name vorne auf dem Cover steht. So geschehen bei „Mein Kind vom Mars”, denn John Cusack zählt für mich zu den besten Schauspielern die Hollywood zu bieten hat. Dem Mann kauft man eigentlich jede Rolle ab, egal ob Bettler, Reporter oder König. Hier spielt Cusack den verwitweten Autor David Gordon (schon wieder eine Rolle als Schriftsteller wie auch in „Zimmer 1408″), der über den Tod seiner geliebten Frau einfach nicht hinwegkommt. Da er die Einsamkeit nicht mehr aushält und sich beide schon immer ein Kind gewünscht hatten, adoptiert er den kleinen Dennis. Dieser ist ein außergewöhnliches Exemplar, denn anfangs traut er sich nicht einmal ans Tageslicht, sondern versteckt sich in einer Kiste, da er fest glaubt vom Mars zu sein und ihm die Sonnenstrahlen der Erde gar nicht bekommen. Außerdem ist er eh nur kurz Gast auf unserem Planeten, denn bald werden ihn die anderen Marsianer wieder abholen. Da auch David als Sci-Fi-Schriftsteller eine blühende Phantasie hat, verstehen sich die beiden nach einigen anfänglichen Komplikationen gut. Doch dann ist Dennis plötzlich verschwunden…

Im Vorfeld habe ich gelesen, dass der Film ein wenig an „K-Pax” erinnert, was ich durchaus bestätigen kann. Die Konstellation ist ähnlich, nur dass es sich hier eben um ein Kind handelt. In den Extras erfährt man, dass es dieses Kerlchen tatsächlich gibt und dass der Drehbuchautor die Geschichte aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit seinem adoptierten Kind geschrieben hat (Hallo Firma Warner, wieso gibt’s keine deutschen Untertitel?).

Neben John Cusack agieren hier auch seine Schwester Joan und die putzige Amanda Peet. Der kleine Bobby Coleman schafft es allerdings trotz seines jungen Alters, den Profis fast die Show zu stehlen. Der kleine Kerl ist dermaßen drollig, dass ich ihn auch sofort adoptieren würde und man glaubt wirklich bis zum Schluss, dass er wirklich nicht von dieser Welt ist.

Doch „Mein Kind vom Mars” hat auch seine traurigen Momente. Wenn der Adoptions-Ausschuss den kleinen Kerl befragt oder Davids Hund stirbt. Die letzten 10 Minuten, als sich die Auflösung des Geschehens anbahnt, sind sogar richtig herzzerreißend und ich hatte auch ein kleines Tränchen im Auge. Wenn man mal genau darüber nachdenkt, auf was die Geschichte letztendlich hinausläuft, ist die FSK Freigabe mal wieder vollkommener Schwachsinn, denn kein Kind mit 6 Jahren versteht den ernsten Hintergrund dieses Films.

Fazit: Tolle Schauspieler in einer überwiegend lustigen Komödie, die aber ihre melancholischen Momente hat und durchaus auch eine Botschaft vermittelt. Bobby Coleman spielt den „Marsianer” absolut überragend.

Ein besonderer Gruß geht hier an den Kinderbuchautor Lars Winter, dem ich diesen Streifen wirklich ans Herz lege.

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DIE REITER DER APOKALYPSE (WVG)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

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Der zwölfjährige Sam ist nach der Scheidung seiner Eltern auf psychologische Hilfe angewiesen, denn er leidet seitdem unter schlimmen Albträumen. Eine Einweisung in die Klinik außerhalb der Stadt soll dem kleinen Patienten helfen. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt holt ihn sein Vater ab, um ein paar Tage mit seinem Jungen zu verbringen, den er in den letzten Jahren enorm vernachlässigt hat. Doch auf der Fahrt kommt es zu einem schweren Autounfall. Die beiden werden jedoch vom Einsiedler Ben Zachery gerettet und wohnen erst einmal auf dessen Anwesen, zumal sich Sams Vater auf der Ranch nützlich machen und das Geld auch gut gebrauchen kann. Doch Sams Visionen, die sich eigentlich etwas gebessert hatten, werden nachts wieder schlimmer. In seinen Träumen ist Ben der Teufel in Person, in dessen Garten der Baum der Erkenntnis steht. Die Geschichte sagt, dass wenn ein Mensch eine der Früchte kostet, die vier Reiter der Apokalypse auftauchen um die Schöpfung auszulöschen – und Sams labiler Vater ist das ideale Objekt um genau diesen Fehler zu begehen.

Zuerst einmal ein großes Lob an Regisseur Don Micheal Paul. Obwohl dem Film nur ein geringes Budget zur Verfügung stand, hat er insbesondere optisch mit diversen Kameratricks einiges aus dem Hut gezaubert. Dem knappen Etat liegt auch diese Rezension zu Grunde, denn natürlich hätte man mit mehr Geld doch noch einiges mehr herausholen können, zumal die originelle Geschichte eigentlich nach einem Remake in Form einer Großproduktion schreit.

Ob man die Rolle des Bösewichts hierbei allerdings auch mit Lance Henriksen besetzen würde, wage ich zu bezweifeln, denn der im Fantasy-Horror erprobte Mime (Alien, Millenium) ist eigentlich die ideale Besetzung und man sieht ihm förmlich an, dass er seine Auftritte genießt.

Der einzige Kritikpunkt des Streifens ist vielleicht das etwas überzogene Ende, das nicht zwingend logisch ist und auch etwas übertrieben pathetisch inszeniert wurde. Auch erschließt sich mir die Rollenwandlung nicht ganz (mehr kann ich nicht dazu sagen, weil ich ansonsten stark spoilern würde).

Alles in allem vermag „Die Reiter der Apokalypse” aufgrund seiner interessanten Geschichte dennoch zu überzeugen. Für Menschen, die kleinen B-Movies gegenüber aufgeschlossen sind, durchaus zu empfehle.

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PREY (WVG)

am 03. Mai 2010 unter Action, Horror, Thriller abgelegt

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Der Ingenieur Tom Newman muss geschäftlich nach Afrika verreisen. Mit dabei sind seine Frau Amy und die beiden Kinder aus erster Ehe. Insbesondere die Tochter mag Papas neue Gattin überhaupt nicht. Daher schließt sie sich auch nur widerwillig einer Safari an, die das Trio mit einem Ranger unternimmt, zumal ihr Vater nicht mitkommen kann. Als der Fahrer vom normalen Weg abweicht, kommt es zu einer Katastrophe, denn bei einer Pinkelpause lauern plötzlich eine Meute aggressiver Löwen auf das Quartett. Einer davon hat mit dem Ranger sein Mittagessen auserchoren und setzt dieses Vorhaben auch in die Tat um. Amy und die beiden Kids verschanzen sich derweil im Auto. Doch der Autoschlüssel ist verschwunden. Derweil beginnt Tom sich Sorgen zu machen und heuert einen Spezialisten an, um seine Familie zu finden.

Das interessante an PREY ist sicherlich, dass hier mal keine übernatürlichen Geister am Werk sind und auch kein Wahnsinniger durch die 90 Minuten rast und Menschen abschlachtet. Hier ist es einzig und alleine Mutter Natur, die in Form der hungrigen Löwen für Spannung sorgt. Von daher unterscheidet sich der Streifen wohltuend von vielen Filmen des Thriller-Genres. Lediglich „Der Geist und die Dunkelheit” würde mir als ähnlich gelagert einfallen.

Damit sind wir auch gleich bei den Stärken angekommen. Die Aufnahmen, bei denen die Löwen zuschlagen sind sehr realistisch und auch brutal in Szene gesetzt. Regisseur Darrell Rodt, der bislang eigentlich nur Durchschnitt oder sogar absoluten Müll in Szene gesetzt hat, konzentriert sich auch sehr auf seine tierischen Darsteller und fängt erstaunliche Bilder ein.

Zwei Dinge jedoch stören bei PREY. Dieser vollkommen nervige Handlungsstrang mit Daddys neuer Frau ist absolut unnötig. Natürlich findet die Tochter ihre Ersatzmama plötzlich ganz toll, da die (selbstverständlich) der Retter in der Not ist. Zudem nervt das unnötige Happyend, das absolut unglaubwürdig ist, zumindest so wie es gedreht wurde.

Eigentlich schade, hätte man die beiden Dinge weggelassen oder anders gelöst, wäre eine höhere Wertung möglich gewesen. Niemand der sich einen Film mit dieser Thematik ansieht, wird erpicht darauf sein, die dusselige Familiengeschichte mitzuerleben.

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SOLSTICE (Koch Media)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

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Wie sicherlich die meisten wissen, ist SOLSTICE ein Remake des schwedischen Films „Midsummer”, den ich ehrlich gesagt nach etwa 45 Minuten ausgeschaltet habe, weil er mir einfach zu langweilig war. Im Gegensatz zu den anderen Meinungen finde ich aber durchaus, dass sich das Remake gelohnt hat.

Nachdem Megan ihre Zwillingsschwester Sofie durch Suizid verloren hat, dauert es sehr lange, bis sie sich entschließt, mit ihren Freunden einen Trip zum Landhaus ihrer Eltern zu unternehmen. Dort angekommen wird sie natürlich ständig an ihre Schwester erinnert. Doch damit nicht genug. Merkwürdige Geräusche und Erscheinungen deuten darauf hin, dass Sofie als ruheloser Geist in dem Haus herumspukt. Und was hat der unheimliche Nachbar und Einsiedler Leonard mit der ganzen Sache zu tun und wie kommt er in den Besitz von Sofies Hut? Als Megan intensive Nachforschungen anstellt, kommt sie hinter ein schreckliches Geheimnis.

Nachdem Daniel Myrick mit „Blair Witch Project” einen überraschenden Welterfolg landete, blieb er mit seinen darauffolgenden Werken, ein wenig hinten den Erwartungen zurück. „Solstice” allerdings ist ein durchaus unterhaltsamer Genrebeitrag, bei dem besonders angenehm auffällt, das hier richtig gute Schauspieler agieren und nicht irgendwelche von der Straße geholte, arbeitslose Statisten.

Zudem bewegt sich Myricks Inszenierung durchaus auf A-Movie Niveau. Die (damals sicherlich sinnvolle) Wackelkamera hat er komplett eingepackt und trumpft mit einer exzellenten Regie auf. Da ich, wie oben erwähnt, das Ende des Originals nicht erlebt habe, war ich hier sehr positiv überrascht, denn die Wendung kurz vor Schluss ist vollkommen überraschend und dennoch nicht an den Haaren herbeigezogen wie in so vielen Filmen der letzten Zeit.
Fazit: Keine Neuerfindung des Geisterhorrors, aber ein solider und überraschend gut inszenierter Streifen, bei dem auch die Besetzung positiv auffällt, die für einen Film dieses Genres überdurchschnittlich ist.

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BONE DRY (Sunfilm)

am 03. Mai 2010 unter Thriller abgelegt

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Wir befinden uns in irgendeinem Kaff in den USA – mitten in der Wüste. Eddie ist nur auf der Durchreise. Was genau er hier will wird dem Zuschauer nicht verraten. Während einer Pinkelpause hat er plötzlich den Lauf eines Revolvers im Nacken. Das ist der Auftakt zu einem perfiden Spiel, dass sich ein Typ namens Jimmy ausgedacht hat. Inmitten der endlosen Wüste quält er sein Opfer bis aufs Blut. Doch warum?

Mehr gibt es zu dem Film eigentlich nicht zu erzählen, denn das ist die Ausgangsbasis und Grundlage des Streifens. Die Foltermethoden sind hierbei durchaus einfallsreich, denn in der Wüste gibt es so einige Möglichkeiten, die einem auf Anhieb gar nicht einfallen würden. Das Grundproblem von BONE DRY ist seine Laufzeit. Die ist zwar nicht übermäßig lange, doch der Plot gibt für einen kompletten Spielfilm nicht genug her. Das ganze als 30-minütiger Kurzfilm wäre in diesem Falle sicherlich besser gewesen. So wirkt alles etwas künstlich in die Länge gezogen.

Lance Henriksen und Luke Goss spielen ihre Charaktere durchaus überzeugend, wobei seine Dialoge mit Jimmy als auch seine Selbstgespräche mir persönlich ein wenig zu aufgesetzt cool wirken, für die Qualen die er hier erdulden muss.

Von Regisseur Hart werden wir sicherlich noch einiges hören, denn sein Debüt ist rein visuell sehr ansprechend. Sowohl die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, diverse Kameratricks und sehr ästhetische Bilder ergeben in diesem Bereich eine hohe Punktzahl.

Gegen Ende hält der Plot dann noch eine völlig überraschende und recht clevere Wendung parat, die insbesondere das mittlerweile gewonnene Bild der beiden Charaktere vollkommen umkrempelt, ohne dabei zu sehr konstruiert zu wirken. Leichte Schwächen gibt es im Mittelteil, wo doch einige Zufälle zu viel auf einmal zusammenkommen. Über die kann man aber auch hinwegsehen, diesbezüglich sagt man mir nach, dass ich eh immer zu kritisch sei.

Fazit: Interessanter Thriller mit einer recht simplen Grundidee, die vor allem optisch sehr ansprechend in Szene gesetzt wurde. Die ein oder andere Länge muss man zwar in Kauf nehmen, wird dafür am Ende aber mit einer interessanten Auflösung belohnt.

4chuckys

FOOTSOLDIER (Ascot Elite)

am 03. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Carlton Leach beginnt seine „Karriere” in den 70ern als Anführer einer Hooliganbande der Hammers (West Ham United für diejenigen die im englischen Fußball nicht ganz so fit sind). Regelmäßig gibt es hier vor oder nach dem Spiel richtig auf die Fresse. Als die Polizei Anfang der 80er Jahre deutlich härter durchgreift, gibt Leach das Hooligandasein auf und beginnt als Türsteher. Er rekrutiert einige seiner alten Kumpels, die dann auch mächtig aufräumen. Irgendwann reicht ihm auch das nicht mehr und er steigt ins Drogengeschäft ein. Doch das ist eine ganz andere Liga. Als Türken in der Szene auftauchen und plötzlich eine größere Drogenlieferung verschwindet, fällt der Verdacht sofort auf die Freunde von Leach. Diese werden daraufhin tagelang gequält. Leach muss einsehen, dass in dieser Szene ein anderer Wind herrscht und er nimmt sich daraufhin etwas zurück. Im Gegensatz zu seinem besten Kumpel Toni, der sich immer weiter in den Drogensumpf verstrickt und auch selbst abhängig wird. Dann kommt es zu einem Zwischenfall der das Leben aller Beteiligten komplett verändert.

Ich muss zugeben, dass ich den Namen Carlton Leach noch nie vorher gehört hatte. Dennoch muss der Mann eine große Nummer gewesen sein. Seine Karriere eignet sich natürlich ideal für eine Verfilmung. Sehr interessant hierbei ist, dass nicht nur das Leben des Protagonisten, sondern auch das seines Umfeldes genauestens aufgezeichnet wird, zumal sein Schicksal sehr eng mit diesen Menschen verbunden ist.

Auch wenn man hier mit sehr vielen Handlungssträngen, Rückblenden und Zeitsprüngen konfrontiert wird, ist der Film sehr flüssig und trotz der schnellen Schnitte wirkt „Footsoldier” nie hektisch und der Zuschauer kann dem Geschehen jederzeit problemlos folgen. Dafür ein ganz dickes Lob an Regisseur Gilbey.

Allerdings ist der Film definitiv nichts für sanfte Gemüter, denn hier fließt das Blut literweise und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Käufer nach Veröffentlichung auch die Version sah, die auf meiner Presse-DVD enthalten ist, zumal das alles sehr realistische Gewaltdarstellungen sind und nicht etwa überzogene Splatterszenen. Es interessiert auch nicht, ob jemand schon ohnmächtig oder gar tot ist, hier wird immer noch mal nachgetreten oder geballert.

Ricci Hartnett, der mir vorher noch nie in irgend einem anderen Film aufgefallen war, spielt seinen Charakter absolut glaubwürdig und mit sehr viel Verve. Das interessante hierbei ist, dass Leach trotz seinem eher brutalem Wesen, dem Zuschauer nicht als Monster dargestellt wird. Seine Freunde können sich immer auf ihn verlassen und das Wort Ehre spielt in seinem Leben ebenfalls eine große Rolle. Das macht ihn zwar nicht unbedingt zum Symphatieträger, nimmt aber etwas vom Bild des bösen Schlägers.

Fazit: Beeindruckender und sehr realitätsnaher Streifen, der in Sachen Gewaltszenen neue Standards setzt. Viel brutaler geht’s eigentlich nicht mehr. Dennoch wird Leach sehr differenziert dargestellt, was sowohl ein Verdienst des Hauptdarstellers als auch des Drehbuchautors ist. Hiergegen sind Filme wie „Hooligans” oder „Football factory” Kinderprogram.

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FURNACE (Sunfilm)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

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Das Blackgate Gefängnis ist ein recht unangenehmer Ort, denn dort sitzt allerlei übles Pack ein. Da diese Institution aber allmählich ein Platzproblem bekommt, will man den 5o Jahre stillgelegten Flügel, in dem damals der Gefängnisdirektor und seine Tochter ums Leben kamen, wieder freilegen. Als man die Mauern durchbricht passiert Merkwürdiges. Ein Wärter begeht kurz darauf Selbstmord – zusätzlich fehlen ihm zwei Finger. Ein Häftling wird von schrecklichen Visionen geplagt und später in der Zelle erhängt aufgefunden. Als sich weitere merkwürdige Vorkommnisse ereignen versuchen Detektive Turner und die Gefängnispsychologin Carter der Sache auf den Grund zu gehen und kommen einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur.

Zunächst vorweg: „Furnace” hat mal wieder ein altbekanntes Problem – es herrschte wohl akuter Geldmangel in Sachen Synchronisation, die relativ lieblos wirkt und dem ganzen somit einiges an Qualität raubt. Daher empfehle ich unbedingt die englische Originalfassung, denn der Film selbst macht aus seinem recht bescheidenen Budget relativ viel.

Regisseur William Butler, dem auch bei seinem letzten Film „Madhouse” nicht viel Kohle zur Verfügung stand, zeigte dort bereits, dass er in der Lage ist eine spannende und gruselige Atmosphäre zu erschaffen. „Furnace” hat im Gegensatz dazu sogar einen recht bekannten Cast zu bieten.

Michael Pare, der Mitte der 80er mal als kommender Actionheld gehandelt wurde, als er in „Philadelphia-Experiment” und „Moon 44″ die Hauptrollen spielte, ist eigentlich seit Jahren nur noch in Videopremieren zu finden und wirkt an manchen Stellen arg steif. Ja Rule macht das was er am besten kann, nämlich den coolen farbigen Knastknacki raushängen zu lassen. Wieso allerdings Tom Sizemore (ein ähnlicher Fall wie auch Pare) diesen Job annahm, würde mich mal interessieren, denn die Rolle die er hier verkörpert ist nicht nur vollkommen doof, sondern ergibt im Endeffekt auch gar keinen Sinn und dient nur dazu, manche Teile des Filmes zu strecken.

Die Effekte sind für einen Film mit diesem Budget durchaus passabel. Die Story und deren Auflösung sind zwar nicht sensationell überraschend, aber den ein oder anderen Twist hält die Handlung dann schon noch bereit. Nervig und ebenso unnötig wie die Rolle von Sizemore ist die Vorgesichte von Michael Pares Charakter. Auch diese füllt nur unnötig Zeit, die man sich hätte sparen können.

Fazit: Ein solider Genrevertreter der als Knastfilm beginnt und sich dann mit zunehmender Spieldauer in einen Horror-Thriller verwandelt. Zu viel sollte man aber nicht erwarten und vor allem auf die deutsche Synchronisation verzichten.

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halberchucky

NIGHTMARE MAN (Sunfilm)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

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Für diejenigen unter uns, die des englischen nicht mächtig sind: Nightmare kommt aus dem englischen und heißt Albtraum. Und da dieser Film ein einziger ist, trägt er seinen Namen auch zurecht. Allerdings denke ich nicht, dass sich die Macher dieses Schrotts den Namen deswegen ausgedacht haben. Die „Story”: Irgendeine Tuss (bin zu faul um den Namen heraussuchen, das kostet schließlich auch wertvolle Zeit meines Lebens) hat ständig den gleichen Traum, in dem sie von einem Psychopathen verfolgt wird, der eine (vollkommen lächerliche) Maske trägt. Daher will sie gemeinsam mit ihrem Freund einen Arzt aufsuchen. Unterwegs bleibt das Auto stehen (welch innovativer Einfall) und ihr Lebensabschiedsgefährte macht sich auf den Weg zur Tankstelle, die etwa zehn Kilometer entfernt ist. Kaum ist der gute Mann verschwunden, taucht auch schon der Typ aus ihrem Traum auf und versucht sie zu ermorden. Leider schafft er es nicht, denn dann wäre der Film wenigstens schnell vorbei gewesen. Madame rettet sich in ein Haus in dem vier Twens gerade ein „erotisches” Spiel spielen (tolle Idee). Jetzt hat der Nightmare man noch mehr Opfer zur Auswahl, doch leider ist der Typ einfach zu dämlich diese umzubringen.

Womit das zusammenhängt verrate ich nicht, denn ich möchte Euch ja die „Spannung” nicht verderben. Jeder der so beknackt ist, hierfür auch nur einen einzigen Euro zu verschwenden, sollte sich schnellstens ebenfalls zu einem Nervenarzt begeben. Die Story ist vollkommener Schwachsinn, die Schauspieler mit Sicherheit Freunde des Regisseurs und die Synchronisation setzt dem ganzen dann wirklich die Krone auf und dürfte zu den schlimmsten gehören, die mir jemals untergekommen sind. Für diese wurden sicherlich auf die schnelle mal irgendwelche Penner von der Straße verpflichtet, die man mit 100 Euro abspeisen konnte. Die schaffen es wirklich, die darstellerische Leistung der Protagonisten noch deutlich zu unterbieten, was eigentlich unmöglich ist.

Nichts gegen Amateurfilme oder Erstlingswerke, aber Regisseur Kanefsky hat schon einiges an Filmen abgeliefert, von denen ich allerdings nur „Dead Scared” kenne und der war gar nicht mal so übel. Im Gegensatz zu diesem unbeschreiblichen Quatsch ist vorgenannter Titel sogar ein Oscar-Kanditat. Der Mann scheint auf erotisches Zeugs zu stehen, denn in seiner Filmographie befinden sich so spannende Werke wie „Emmanuelle – Intime Begegnungen” oder auch „Erotic Misadventures of the invisible man”. Genau dieser Titel hat es mir besonders angetan und lässt schon erahnen, was dieser Mann auf die Menschheit loslässt.

Fazit: Grottenschlechter, billig gemachter Trash-Horror mit bescheuerter Story und miesem Cast. Den einen Chucky bekommt der Film lediglich für seine unfreiwillige Komik und die Vielzahl an Filmfehlern – denn die sind hier wirklich reichlich vorhanden. Wer sich den Quatsch trotzdem ansehen mag – bitte schön. In diesem Land herrscht freie Filmwahl. Aber nicht sagen chucky hätte Euch nicht gewarnt.

1chuckys