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Archiv des Monats April 2010

NEW TOWN KILLERS (Kinowelt)

am 04. April 2010 unter Action, Suspense, Thriller abgelegt

nbewtoen

Sean lebt mit seiner Schwester in einem heruntergekommenen Teil Edinburghs. Es ist schwer einen Job zu finden und so begeht Alice den Fehler sich von den falschen Leuten Geld zu borgen, denn die wollen es erstaunlicherweise irgendwann zurück haben. Rettung naht allerdings, denn ihr Bruder bekommt von einem reichen Banker ein verlockendes Angebot gemacht. Überlebt er bis zum nächsten Morgen 9.00 Uhr gehören ihm 12.000 Pfund. Sean geht nach Zögern auf das Angebot ein und es beginnt eine ziemlich nervenaufreibende Hetzjagd durch die Straßen von Edinburgh, die euch einige Unbeteiligte das Leben kostet.

Natürlich haben wir das alles schon mal gehört und gesehen, ich sage nur „Running man“ oder „Surviving the game“. Doch trotzdem macht es Spaß, Sean auf seiner nächtlichen Odyssee zu begleiten.

Dies ist vor allem auch den hervorragenden Schauspielern zu verdanken. James Anthony Pearson und Dougray Scott sind die optimale Besetzung für die beiden Kontrahenten und liefern sich, insbesondere gegen Ende, ein packendes Duell. Bis dahin gilt es natürlich schon über einige Ungereimtheiten hinwegzusehen, denn es kann mir niemand erzählen, dass es in der riesigen Stadt kein Versteck für Sean gibt, in dem er für ein paar Stunden unterkommen könnte.

Der sozialkritische Unterton „Reich macht mit Arm was es will und bietet monetäre Verlockungen“ wird glücklicherweise nur kurz angeschnitten, denn das hätte dann wieder einmal in eine nervige Botschaft an die Welt ausarten können.

Besondere Erwähnung sollte hier zusätzlich der Soundtrack finden, denn da hat man allerlei britische Independent-Bands vereint, die das ganze entsprechend veredeln und für eine stimmige Atmo sorgen. Kleiner Geheimtipp.

6chuckys

KLASS (Ascot Elite)

am 04. April 2010 unter Drama abgelegt

klass

Meines Wissens ist dies der erste Film aus Estland, den ich je gesehen habe. Es gibt Menschen (insbesondere da wo ich wohne) die wüssten nicht mal wo das liegt.

Joosep ist nicht unbedingt beliebt in seiner Klasse. Der stille Außenseiter wird von allen gehänselt und auch verprügelt. Eines Tages begeht der eigentlich angesehene Kasper den Fehler, Joosep zu helfen, da er die Erniedrigungen nicht mehr mit ansehen kann. Doch das nehmen ihm die anderen übel und er ist fortweg der „schwule“ Kumpel des Außenseiters. Als die Demütigungen ungeahnte Grenzen überschreiten, bahnt sich eine Katastrophe an.

Der Film beleuchtet 6 Tage im Leben der beiden Jungs und die Entwicklung von kleineren Hänseleien bis hin zu recht heftigen Vergehen, die in einem erzwungenen Blowjob enden. Ob dies reicht um das Ende herauszufordern, weiß ich nicht und es ist eh immer schwer in einem 90-minütigen Film Gewalt und Erniedrigung darzustellen, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und die Folgen daraus realistisch zu beschreiben.

Allerdings nähert man sich dem Thema sehr feinfühlig und als Zuschauer schlägt man sich natürlich auf die Seite der beiden Jungs, ohne jedoch ihre Handlungsweisen am Ende gut zu heißen.

Ich denke man hat hier eher Laiendarsteller genommen, denn die Jungs wirken sehr natürlich und manchmal auch ein wenig unbeholfen, was dem Ganzen aber, in Verbindung mit dem halbdokumentarischen Look, eine gewisse Intensität verleiht.

5chuckys

halberchucky

DISTRICT 9 (Sony Pictures)

am 04. April 2010 unter Drama, SciFi abgelegt

district

Ein Raumschiff hängt eines Tages plötzlich über Johannesburg in der Luft. Nach mehreren Wochen entschließt sich die Regierung in das Schiff einzudringen. Dort finden sie Millionen Aliens, die an Unterernährung leiden. Nach langen Diskussionen entschließt man sich, die neuen Mitbewohner in einen Stadtteil zu verfrachten und abzusondern, damit sie abseits der Erdenbevölkerung weiterleben können. Mit der Zeit passen sich die Gäste allerdings den Sitten auf der Erde an und beginnen ihrerseits mit Überfällen und Schlägereien. Nun sieht sich die Regierung gezwungen zu handeln und will die Aliens weit außerhalb der Stadt unterbringen. Allerdings läuft die Umsiedlung nicht nach Plan ab und der Chefbeauftragte wird mit einem Virus infiziert…nun muss er Unterschlupf bei den Aliens suchen…

So weit so gut. Grundsätzlich keine schlechte Idee einen Sci-Fi Film mit Gesellschaftskritik zu würzen. Doch von Spannungsaufbau und Dramatik hat Regisseur Blomkamp wohl noch nie etwas gehört. Bislang drehte der gute Mann auch nur Kurzfilme und dabei hätte er es vorerst belassen sollen, denn auf Dauer wird der dokumentarische Stil unglaublich ermüdend. Zudem wiederholt sich alles vielfach und auch die Aliens treffen nicht unbedingt meinen Geschmack und wirken teilweise doch reichlich lächerlich.

Bei der Durchforstung des Internets allerdings habe ich überall nur überragende oder zumindest gute Kritiken gefunden, was ich nicht nachvollziehen kann. Der Film ist vollkommen langweilig und nur wegen der interessanten Genrekreuzung dieses Teil in den Himmel zu loben, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wer mal wieder einen guten Sci-Fi Film sehen will, sollte sich Surrogates oder Pandorum anschauen. Das hier ist jedenfalls besser als Baldrian.

1chuckys

POSSESSION (Ascot Elite)

am 04. April 2010 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

posses

Ryan und Roman sind zwei sehr unterschiedliche Brüder. Während der eine liebevoller Ehemann ist, verbringt der andere auch mal eine längere Zeit im Knast und hat keine Probleme damit, Frauen zu schlagen. Eines Tages haben die beiden Brüder einen Verkehrsunfall und fallen ins Koma. Ryans Ehefrau Jess bekommt kurz danach die bittere Nachricht, dass ihr Gatte wohl nie wieder das Krankenbett verlassen wird. Roman jedoch erwacht aus dem Koma und scheint danach ein anderer Mensch zu sein. Er ist charmant, liebenswürdig und weiß nahezu sämtliche Geheimnisse aus der Vergangenheit von Jess und Ryan. Die Zeichen verdichten sich, das bei dem Autounfall so etwas wie ein Seelentausch stattgefunden hat und auch Jess beginnt dies zu glauben. Ein Fehler?

Es handelt sich hierbei um das Remake des südkoreanischen Films „Addiction“, der allerdings (soweit mir bekannt) nicht unbedingt als Thriller sondern eher als Drama aufgezogen war. Aber das ist Hollywood natürlich zu langweilig. Da sind doch ein paar Effekte gleich wesentlich wirksamer, um den Zuschauer bei der Stange zu halten.

Grundsätzlich ist der Streifen auch durchaus ansehnlich. Ein schöner Score, eine sehr gute Kameraführung und wohldosierte Schocks stehen auf der Habenseite.

Die Auflösung ist jedoch nicht wirklich überraschend und warum er die Rolle der trauernden Ehefrau ausgerechnet mit Frau Gellar besetzt hat, wird der Regisseur wohl für sich behalten. Die versucht zwar sowas ähnliches wie zu schauspielern, scheitert aber (wie immer) – besonders in den Szenen in denen sie Trauer zeigen soll. Das wirkt so unglaublich aufgesetzt und erinnert eher an den Gesichtsausdruck einer Poularde, kurz vor der Schlachtung.

Die beiden männlichen Darsteller machen ihre Sache allerdings ordentlich und so ist „Possession“ durchaus unterhaltsam geworden. Nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger.

4chuckys

MR73 (Euro Video)

am 04. April 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

mr

Detektive Schneider (wird Schneideeeehhhr ausgesprochen) hat schon deutlich bessere Tage erlebt. Seit sein Kind bei einem Autounfall ums Leben kam und seine Frau in der Klinik lebenslang dahin vegetiert, ist sein Leben eigentlich gelaufen. Er ertrinkt die Tage in Alkohol und ist trotzdem noch einer der besten Cops der Pariser Mordkommision. Bei seinem neuesten Fall tötet der Täter reihenweise Menschen, die ein Haustier besitzen. Stehen die neuerlichen Verbrechen in Verbindung mit den Morden von vor 30 Jahren, als Schneider den berüchtigten Killer Subra in den Knast gebracht hat? Doch der sitzt noch in eben diesem und kann es eigentlich nicht gewesen sein. Trotz Suspendierung ermittelt der Kommissar weiter und kommt hinter ein grausiges Geheimnis.

Olivier Marchal hat bereits „36“ mit seinem Hauptdarsteller gedreht und man ist eingespielt. Allerdings schrammt Auteuil schon das ein oder andere Mal haarscharf am Overacting vorbei. Auch hat der Streifen den ein oder anderen Durchhänger und die Saufeskapaden von Schneider werden etwas zu oft bis ins Detail gezeigt.

Zudem ist die Story an sich nicht sonderlich originell – die beiden parallel laufenden Handlungsstränge die später zusammenfinden, sind allerdings sehr stimmig.

Fazit: Düsterer Streifen der deutlich mehr Drama denn Thriller ist. Das Ende ist erstaunlich konsequent. Eher für Cineasten des französischen Films geeignet.

4chuckys

halberchucky