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BEIM LEBEN MEINER SCHWESTER (Warner Home Video)

leben

Die 11-jährige Anna Fitzgerald ist ein Retortenkind. Sie wurde nur erschaffen, damit sie ihrer an Leukämie erkrankten Schwester Kate in Form von Blut und Rückenmarkspenden hilft weiterzuleben. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Das aufgeweckte Mädchen will nicht mehr nur das Ersatzteillager für ihre Schwester sein, zumal sie nun eine ihrer Nieren abgeben soll. Sie engagiert einen Anwalt der auf Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper klagt. Annas Mutter, die ihre Leukämiekranke Tochter über alles liebt und auch ihre erfolgreiche Karriere aufgegeben hat, ist darüber natürlich gar nicht erfreut und es kommt zum Streit, denn ohne diese Niere ist Kate zum Tode verurteilt. Die Familie droht zu zerbrechen.

Endlich mal eine Story die nicht schon 1000 mal verfilmt wurde wird der Leser sagen. Doch das ist nicht alles. Was die Schauspieler hier leisten ist ganz großes Kino.

Cameron Diaz spielt die Mutter absolut glaubwürdig und die innere Zerrissenheit ihres Charakters ist jederzeit präsent. Auch Jason Patric als ihr Gatte und die zauberhafte Abigail Preslin sind für ihre Rollen perfekt gecastet worden. Alec Baldwin als Anwalt passt eh immer – ebenso Joan Cusack als Richterin.

Was jedoch Sofia Vassilieva als krebskranke Tochter hier hinlegt, ist wirklich sensationell und es ist eine unglaubliche Unverschämtheit, das das Mädel nicht wenigstens eine Nominierung für den Oscar bekommen hat – klar, denn da werden mal wieder nur bekannte Namen genommen.

Ihre verschiedenen Phasen der Krankheit, auch die Abschnitte in denen sie einfach nur ihr wahrscheinlich kurzes Leben genießt, sind so herzergreifend gespielt, das man als Zuschauer wirklich mitleidet, ohne das das ganze zu einem Schmachtfetzen verkommt. Insbesondere während der kurzen Lovestory mit einem anderen krebskranken Patienten hatte ich ständig Wasser in den Augen, was mir nun wirklich nicht sehr oft passiert und schon gar nicht während der Hälfte eines kompletten Spielfilms.

Nick Cassavetes hat auch bereits mit JOHN Q beweisen, dass er ein sehr gutes Gespür für familiäre Dramen besitzt hat das ganze sehr einfühlsam inszeniert – ergänzt von einem unauffälligen, aber perfekt eingesetzten Score. Dazu kommt die vollkommen überraschende Wende im Gerichtssaal, die mir niemals in den Sinn gekommen wäre.

Der einzige kleine Kritikpunkt ist der deutsche Name des Films, denn „My sisters keeper“ ist eben aufgrund seiner Doppeldeutigkeit passender, aber dafür kann der Streifen ja nichts. Außerdem gibt es ja auch Gebiete in unserem Land, in denen man die englische Sprache nicht beherrscht (Beispiel: Alzey und Oettinger).

Fazit: Ich tue mich oft schwer mit der Höchstwertung, da ich denke das sie in anderen Formen viel zu leichtfertig vergeben wird. Doch dieser Streifen hat mich nachhaltig berührt und auch einen Tag später denke ich immer noch über das Gesehene nach. Und wenn es einmal soweit ist, dann muss hier einfach die Höchstwertung hier. Wer diesen Film verpasst ist selbst schuld.

8chuckys

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