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Archiv für den 03. Februar 2010

BEIM LEBEN MEINER SCHWESTER (Warner Home Video)

am 03. Februar 2010 unter Drama abgelegt

leben

Die 11-jährige Anna Fitzgerald ist ein Retortenkind. Sie wurde nur erschaffen, damit sie ihrer an Leukämie erkrankten Schwester Kate in Form von Blut und Rückenmarkspenden hilft weiterzuleben. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Das aufgeweckte Mädchen will nicht mehr nur das Ersatzteillager für ihre Schwester sein, zumal sie nun eine ihrer Nieren abgeben soll. Sie engagiert einen Anwalt der auf Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper klagt. Annas Mutter, die ihre Leukämiekranke Tochter über alles liebt und auch ihre erfolgreiche Karriere aufgegeben hat, ist darüber natürlich gar nicht erfreut und es kommt zum Streit, denn ohne diese Niere ist Kate zum Tode verurteilt. Die Familie droht zu zerbrechen.

Endlich mal eine Story die nicht schon 1000 mal verfilmt wurde wird der Leser sagen. Doch das ist nicht alles. Was die Schauspieler hier leisten ist ganz großes Kino.

Cameron Diaz spielt die Mutter absolut glaubwürdig und die innere Zerrissenheit ihres Charakters ist jederzeit präsent. Auch Jason Patric als ihr Gatte und die zauberhafte Abigail Preslin sind für ihre Rollen perfekt gecastet worden. Alec Baldwin als Anwalt passt eh immer – ebenso Joan Cusack als Richterin.

Was jedoch Sofia Vassilieva als krebskranke Tochter hier hinlegt, ist wirklich sensationell und es ist eine unglaubliche Unverschämtheit, das das Mädel nicht wenigstens eine Nominierung für den Oscar bekommen hat – klar, denn da werden mal wieder nur bekannte Namen genommen.

Ihre verschiedenen Phasen der Krankheit, auch die Abschnitte in denen sie einfach nur ihr wahrscheinlich kurzes Leben genießt, sind so herzergreifend gespielt, das man als Zuschauer wirklich mitleidet, ohne das das ganze zu einem Schmachtfetzen verkommt. Insbesondere während der kurzen Lovestory mit einem anderen krebskranken Patienten hatte ich ständig Wasser in den Augen, was mir nun wirklich nicht sehr oft passiert und schon gar nicht während der Hälfte eines kompletten Spielfilms.

Nick Cassavetes hat auch bereits mit JOHN Q beweisen, dass er ein sehr gutes Gespür für familiäre Dramen besitzt hat das ganze sehr einfühlsam inszeniert – ergänzt von einem unauffälligen, aber perfekt eingesetzten Score. Dazu kommt die vollkommen überraschende Wende im Gerichtssaal, die mir niemals in den Sinn gekommen wäre.

Der einzige kleine Kritikpunkt ist der deutsche Name des Films, denn „My sisters keeper“ ist eben aufgrund seiner Doppeldeutigkeit passender, aber dafür kann der Streifen ja nichts. Außerdem gibt es ja auch Gebiete in unserem Land, in denen man die englische Sprache nicht beherrscht (Beispiel: Alzey und Oettinger).

Fazit: Ich tue mich oft schwer mit der Höchstwertung, da ich denke das sie in anderen Formen viel zu leichtfertig vergeben wird. Doch dieser Streifen hat mich nachhaltig berührt und auch einen Tag später denke ich immer noch über das Gesehene nach. Und wenn es einmal soweit ist, dann muss hier einfach die Höchstwertung hier. Wer diesen Film verpasst ist selbst schuld.

8chuckys

KILLSHOT (Universum Film)

am 03. Februar 2010 unter Action, Thriller abgelegt

KILL

Diane Lane, Mickey Rourke, Thomas Jane und Joseph Gordon-Levitt. Nicht gerade die mieseste Besetzung für einen Thriller und das noch vom “Shakespeare in love”- Regisseur. Aber alles das rettet eben nichts, wenn dem ganzen nur ein 0815 Drehbuch zu Grunde liegt.

Armand Deags (was für ein behämmerter Name) ist Profikiller, will aber aus dem Geschäft aussteigen. Als der Kleinganove Richy Nix (???) ihn nach einem Restaurantbesuch zwingt seine Brieftasche herauszurücken und dabei äußerst dilettantisch vorgeht, nimmt Deags den Nachwuchskriminellen unter seine Fittiche und will ihm helfen, einen Deal durchzuziehen. Leider geht dieser schief und die beiden werden von Wayne und Carmen Colson gesehen. Da aber Deags keine Zeugen zurücklasst, beginnt eine Jagd auf das in Trennung lebende Ehepaar, das auch im Zeugenschutzprogramm nicht sicher scheint.

Die Story ist von Anfang bis Ende vollkommen überraschungsfrei und Diane Lane wirkt, als hätte sie vor jedem Drehtag eine ganze Packung Valium genommen. Jane glaubt noch immer das er sich in Teil 1 vom Punisher befindet und Gordon-Levitt ist die Fehlbesetzung des Jahrzehnts. Niemand der schon einen anderen seiner (eigentlich durchweg guten) Filme gesehen hat, nimmt ihm seine Rolle als hyperaktiver Krimineller ab. Sein Gezappele und obercooles Machogehabe bewegen sich am am Rande der visuellen Körperverletzung. Lediglich Rourke vermag in seiner Rolle zu überzeugen.

Auch die Story wurde so oder so ähnlich schon dutzendweise gezeigt und wird hier wirklich nur in Nuancen variiert.

Muss man wirklich nicht gesehen haben.

3chuckys

TRICK `R TREAT (Warner Home Video)

am 03. Februar 2010 unter Horror, Komödie abgelegt

trick

Halloween ist immer wieder ein beliebtes Thema für Horrorfilme. Dafür sorgen schon die Masken die man an diesem Tag überzieht. Doch hier gib es mal etwas ganz anderes zu bestaunen. Man widmet sich nämlich längst vergessenen traditionellen Sagen, auf die sich das Fest beruft und lässt sie wieder auferstehen. In mehreren Geschichten, die gegen Ende alle in irgendeiner Form zusammenlaufen, bekommen wir teils gruselige, teils sogar eher lustige Ereignisse geboten, die fast alle eine überraschenden Ausgang haben.

Zudem hat man hier einige Stars aufgeboten – zumindest des B-Films. Brain Cox, Dylan Baker und Anna Paquin sind unter anderem mit dabei und Regisseur Doherty hat schon an den X-Men Filmen mitgewirkt.

Wirklich lohnend sind hier auch die Extras, in denen man eben die Herkunft des Halloween Festes beleuchtet und einige sehr interessante Informationen vermittelt, die man so nicht kannte, weil sich eigentlich mit der klassischen Traditionen noch nie ein Film beschäftigt hat, sondern das Fest aufgrund der Verkleidungen immer nur zum Anlass genommen wurde, um gestörte Killer in Masken in Szene zu setzen. Oder weiß von Euch jemand woher das „Süßes oder Saures“ kommt, das die Kids vor jeder Haustür aufsagen?

Fazit: Ein wirklich putziger kleiner B-Movie, der richtig Spaß macht.

6chuckys