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WERK OHNE AUTOR (Studio Canal)

am 13. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Dem jungen Künstler Kurt Barnert gelingt zusammen mit seiner Freundin Elisabeth die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier will er sich endlich seinen Bildern widmen, doch immer wieder holen ihn seine Traumata ein, welche er während der Herrschaft der Nazis und der SED-Zeit erlitten hat. Kurt beginnt seine schwierigen Erlebnisse in der Kunst zu verarbeiten und schafft Werke, die das Schicksal einer ganzen Generation künstlerisch einfangen. Doch das angespannte Verhältnis zu Professor Seeband , seinem Schwiegervater, überschattet Kurts Glück. Noch ahnt er nicht, dass ihre Wege sich in der Vergangenheit bereits kreuzten…

Ich habe hier die Zusammenfassung von OFDB übernommen, weil ich finde, dass sie recht gelungen ist. Das man satte 182 Minuten (und ich finde hier hätten 120 auch gereicht) nicht in 3 Sätzen komplett resümieren kann, sollte klar sein.

Eigentlich könnte man ja meinen, dass dies hier ein Film für das Feuilleton ist, doch es hagelte Verrisse, während der Streifen in Amerika für 2 Oscars nominiert war – ein seltsames Mysterium. WOA ist an das Leben des Künstlers Gerhard Richter angelehnt, der alsbald seine Meinung kundtat und den Film als völlig misslungen bezeichnete.

Ich persönlich fand den Streifen durchaus gelungen. Wie oben bereits erwähnt, hätte man hier an manchen Stellen aber deutlich kürzen können, denn leider wird der Spannungsbogen öfters unnötigerweise ausgebremst und es wird sich in zu vielen kleinen Details verloren. Was hier alles stimmt und dazugedichtet wurde, vermag ich nicht zu beurteilen und so sollte ich den Streifen hier wohl als reines Unterhaltungswerk und nicht als autobiographisches Denkmal bewerten.

Und da schneidet er durchaus gut ab. Das liegt vor allem an der absolut hervorragenden Besetzung, denn was hier alles an bekannten Darstellern verpflichtet wurde, vermag ich gar nicht aufzuzählen. Herausragend jedoch die Darstellungen von Sebastian Koch, der den ehemaligen NS Offizier mit Bravour spielt und natürlich Tom Schilling, wohl der einzigste deutsche Schauspieler (vielleicht neben Tim Oliver Schulz) der in einem Film einen 18-jährigen, wie auch einen Mitdreißiger verkörpern kann. Für mich zählt er schon immer zu den Besten, die wir in Deutschland haben.

Richtig spannend im klassischen Sinn ist der Streifen nur selten, das gibt die Geschichte einfach nicht her. Vielleicht die Szene der Flucht aus der DDR oder die Wortduelle mit Kochs Charakter erzeugen ein wenig Spannung – sonst ist das ganze aber ein durchaus gelungenes Drama mit berührenden und auch außergewöhnlichen Momenten.

Fazit: Wer Gerhard Richter nicht kennt, sollte nach dem Steifen mal googeln, denn so habe ich es auch gemacht, denn für einen Film mit solch einem Hintergrund und einer über Jahrzehnte reichenden Geschichte, praktisch keine Extras hinzuzufügen, ist leider ein Armutszeugnis.

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JOYRIDE (NSM/Alive)

am 13. Juni 2019 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Die Brüder Lewis und Fuller sind mit ihrem Wagen auf dem Weg zu Lewis Freundin Veena . Während der Fahrt auf dem einsamen Highway ist es ihnen ziemlich langweilig, also spielt Fuller dem Trucker “Rusty Nail” über CB-Funk einen Streich. Er gibt sich als Frau aus und vereinbart ein Treffen mit ihm in einem nahegelegenen Motel. Als herauskommt, dass der Trucker ziemlich unwirsch auf das geplatzte Date reagierte (er reißt dem eigentlichen Bewohner des Zimmers nämlich einfach den Kiefer raus) bekommen die beiden ziemliches Muffensausen. Rachsüchtig beginnt das unsichtbare Phantom, die Brüder mit seinem schwarzen Truck zu jagen. Als Veena zu ihnen stößt, dreht Rusty dann richtig durch.

JOYRIDE ist mittlerweile auch schon fast 20 Jahre alt und zeigt die 3 Hauptdarsteller in recht jungem Alter, wobei Paul Walker ja leider mittlerweile verstorben ist und man von den anderen beiden nicht mehr so wirklich viel hört.

Damals war der Streifen im Kino kein großer Erfolg, entwickelte sich aber im Heimkinoverleih zu einem echten Geheimtipp. Kein Wunder, denn bis heute zählt er für mich zu den, zumindest 20 besten Thrillern aller Zeiten, denn viel spannender kann man einen Film kaum gestalten.

Ja,ja ich weiß, ausgerechnet ich, der oft auf Logik beharrt, wenn nichts Übersinnliches im Spiel ist, lobt einen Film, der schon so einiges an unlogischem zu bieten hat. Ich finde aber nicht, das das ganze hier übertrieben wird, wie etwa bei meinem „Lieblingsfilm“ „Dont breathe“. Zudem ist das Gesehene hier einfach sehr wendungsreich inszeniert.

Wenn man sich mal die Extra anschaut kann man dort sehen, das es zig verschiedene alternative Enden gab und der Streifen eigentlich einen völlig anderen Ausgang hatte – zumindest in der Ursprungsfassung und sich hier ab Minute 60 ein ganz neuer Film ergibt. Wer sich dafür interessiert sollte unbedingt mal in die Extras schauen, auch wenn man das sonst eher nicht tut.

Das Drehbuch hierfür stammt im Übrigen von J.J. Abrams, damals noch eher unbekannt, mittlerweile längst in den Hollywood-Olymp aufgestiegen und hier besonders als Rebooter der STAR TREK FILME positiv aufgefallen.

Ob am Bild etwas bearbeitet wurde weiß ich nicht, jedenfalls ist es gestochen scharf und steht einer heutigen Veröffentlichung in nichts nach. Der Ton ist ebenfalls sehr aggressiv abgemischt und die Musik dröhnt passend zu den Geräuschen des Trucks, wuchtig durch die Boxen.

Fazit: Es wurde Zeit, das dieser Film endlich auf Blu Ray erscheint – die Umsetzung ist gelungen. Fehlen nur noch gefühlte 2000 andere Titel die längst hätten veröffentlicht werden müssen.

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RBG – EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT (Koch Media)

am 13. Juni 2019 unter Biopic, Dokumentation abgelegt

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Ruth Bader Ginsburg hat die Welt vor allem für Frauen verändert. Die 85-jährige Richterin stellte ihr Lebenswerk in den Dienst der Gleichberechtigung und derjenigen, die bereit sind, dafür zu kämpfen. Ebenso ist sie Befürworterin der gleichgeschlechtlichen Ehe (zumindest stimmte sie bei einer Klage dafür).1993 wurde sie als zweite Frau an den Supreme Court der USA berufen und hält dort eisern bis heute die Stellung. In den 70er Jahren erkämpfte Ruth Bader Ginsburg gegen alle Widerstände bahnbrechende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter, die sie zu einer Heldin der Frauenrechtsbewegung und zu einer weltbekannten Ikone machten. Mit brillantem Verstand und Leidenschaft bleibt Ruth Bader Ginsburg gerade jetzt eine unverzichtbare Inspiration für die politische Kultur der USA und der Welt.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die Frau nicht kannte, bin aber auch mit den Gerichten in den USA nicht wirklich vertraut, weiß eben nur, dass dort manchmal sehr merkwürdige Urteile gesprochen werden, wie mittlerweile in Deutschland auch.

In dieser Dokumentation wird das Leben der mittlerweile 85jährigen beleuchtet, wobei auch privates nicht ausgelassen wird. Am meisten aber konzentriert man sich natürlich auf ihre Arbeit als Frauenrechtlerin und später als Richterin, wobei sie erst 1993, also im zarten Alter von 60 Jahren in den Supreme Court berufen wurde, dem höchsten Gericht der USA.

Erstaunlich ist, dass die Dame insgesamt auch von ihrem äußeren Erscheinungsbild eher stark konservativ wirkt, aber mit ihren liberalen Urteilen auf sich aufmerksam machte. Obwohl sie in manchen Szenen dieser interessanten Dokumentation eher zerbrechlich, fast schüchtern wirkt (zumindest war das mein Eindruck), gilt sie als engagierte Vertreterin ihrer Positionen, die sich auch mitunter nicht immer mit dem gängigen Recht der Verfassung der USA decken und sie sich damit viele Feinde machte, die verbal nicht gerade zimperlich mit ihr umgingen.

Fast schon als Popstar verehrt gibt es von dieser Dame tatsächlich Can’t Spell Truth Without Ruth” T-Shirts und Kaffeetassen. Das wäre in Deutschland sicherlich undenkbar.

Fazit: Ein interessantes Porträt, das viele Facetten der Dame zeigt, die ihren Kampf für Gerechtigkeit auch noch in ihrem hohen Alter austrägt. Lohn dafür waren 2 Oscarnominierungen und sogar bei den MTV- AWARDS für die Kategorie Best Real-Life Hero !! Ein Sender, der nicht wirklich dafür bekannt, solche Persönlichkeiten zu ehren. Wer sich für die Thematik interessiert, wird sicher nicht enttäuscht sein.

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BALLON (Studio Canal)

am 06. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Sommer 1979 in Thüringen. Die Familien Strelzyk und Wetzel haben über zwei Jahre hinweg einen waghalsigen Plan geschmiedet: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon aus der DDR fliehen. Doch dieser stürzt kurz vor der westdeutschen Grenze ab. Das scheint das Ende der Flucht, doch es kommt noch schlimmer. Die Stasi findet Spuren und nimmt sofort die Ermittlungen auf, während die beiden Familien sich gezwungen sehen, unter großem Zeitdruck einen neuen Flucht-Ballon zu bauen. Mit jedem Tag ist ihnen die Stasi dichter auf den Fersen – ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Bully Herbig dreht einen Thriller, der in der DDR spielt. Also darauf wäre sicherlich niemand gekommen, der seinen üblichen Quark kennt, denn ich finde seine Filme eigentlich grausig und vollkommen unlustig.

Das er hier aber einen solch spannenden und in allen Belangen gelungenen Film abliefert, hat mich dann doch erstaunt, denn hier stimmt wirklich alles. Sei es die Atmosphäre, Spannung, Darsteller oder Musik.

Die beiden Familien wurden auch als Berater zum Dreh hinzugezogen, was dem ganzen eine zusätzliche Authentizität verleiht, denn obwohl die Ereignisse natürlich in 2 Stunden deutlich gestrafft werden mussten, waren wohl die Strelzyks und Wetzels hochzufrieden mit dem was Herbig ablieferte.

Ich persönlich kannte die Geschichte um die Flucht mit dem Ballon gar nicht, denn damals war ich wohl echt noch zu klein um das mitzubekommen und interessierte mich zudem eher weniger für DDR-Geschichten, sondern ließ lieber FADE TO GREY in Dauerrotation im Kassettenrekorder (!) laufen. Von daher war das alles für mich noch viel spannender,, weil ich nicht wusste wie es ausgeht.

Herbig gelang es zudem, mit dem schwer angesagten David Kross, Thomas Kretschmann (dem die Rolle des Stasi-Ermittlers sichtlich diabolisches Vergnügen bereitet, da er ja selbst aus der DDR floh), Friedrich Mücke und sogar Timur Bartels aus Club der roten Bänder (in einer k leinen Nebenrolle) durchweg gute Schauspieler für sein Projekt zu gewinnen.

Das einzige, bei dem sich Herbig etwas künstlerische Freiheit nimmt ist das Ende, als die Stasi kurz vor dem Fluchtversuch schon praktisch vor der Haustüre steht – dies war wohl in der Realität nicht so, auch wenn die Beamten in den Ermittlungen schon ziemlich weit waren.

Sehr sehenswert übrigen auch die Extras, in denen alle Beteiligten des Films zu Wort kommen und man erfährt, dass sogar ein eigener „Coach“ eingestellt wurde, der den Film auf Herz und Nieren prüfte, so dass auch ja kein Ausdruck darin vorkommt, wie er damals nicht gebräuchlich war , wie zum Beispiel dass eigentlich normal gewordene OKAY!

Fazit: Wenn Herbig im Zukunft nur solche Filme abliefert, darf er gerne mehr davon bringen. Von Anfang bis Ende sauspannend, selbst für Menschen, die die Geschichte kennen, ist ihm hier einer der besten deutschen Filme aller Zeiten gelungen, der fast in einer Liga mit 23 oder TATTOO spielt. Und dieser wäre mir fast entgangen weil STUDIO CANAL zu knauserig ist, um Presse DVDs zu verschicken…

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COLETTE (Universum Film)

am 06. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Als Sidonie-Gabrielle Colette den erfolgreichen Pariser Autoren Willy heiratet, ändert sich ihr Leben schlagartig: Sie zieht aus dem ländlichen Frankreich ins turbulente Paris und wird Teil der intellektuellen und kulturellen Elite. Zunächst gelangweilt, arrangiert sie sich aber mit der Zeit. Willy, der von einer Schreibblockade geplagt ist, überzeugt seine junge Frau für ihn als Ghostwriter zu arbeiten. In ihrem Debütroman erzählt Colette die Geschichte einer selbstbewussten, jungen Frau namens Claudine. Ein halb-autobiografischer Roman, der unter Willys Namen zum Bestseller wird und ihm Reichtum und Ruhm verschafft. Schnell entstehen weitere Claudine-Bestseller – geschrieben von Colette – und schließlich eine ganze Markenwelt. Doch sie möchte nun endlich die jenige sein, die den Rum einheimst und nicht ihr Ehemann.

Das Problem des Streifens ist eigentlich das, was jede Biographie hat, denn natürlich gab es Sidonie-Gabrielle Colette in Wirklichkeit. Sie wurde 1873 geboren und gilt noch heute als eine bedeutende Schriftstellerin.

Aber bleibt man relativ nahe an den Geschehnissen dran, so wie es hier der Fall ist, droht so ein Biopic immer ein wenig langweilig zu werden, weil das Leben oft eben nicht so spannend ist wie erfundene Plots.

Dichtet man auf der anderen Seite Dinge dazu, meckern dann wieder die Wahrheitsfetischisten, dass dieses oder jenes doch gar nicht passiert sei und man das nur dazu geschrieben hat, damit es etwas spannender wird. Daher kann man es in diesem Genre irgendwie niemandem recht machen und wie zu erwarten gehen die Kritiken auch weit auseinander

Von grandios bis sterbenslangweilig ist im Netz nahezu alles zu finden und ich kann dies durchaus nachvollziehen. Auch ich kann mich nicht wirklich auf eine Bewertung festlegen.

Frau Knightley ist mir zudem schauspielerisch total überbewertet und wird langsam auch für Rollen von Frauen Anfang 20 doch etwas alt, hat aber ihre Bestimmung anscheinend in Dramen aus vergangene Epochen gefunden, den sie spielte ja auch schon in ABBITE oder ANNA KARENINA mit.

Wer sich für die Geschichte der jungen Autorin interessiert und eine Verfilmung sehen will, die sich wohl sehr nahe am wirklichen Leben der Colette aufhält ist hier gut bedient. Der Rest dürfte sich partiell etwas langweilen.

DÄMONISCH (Koch Media)

am 06. Juni 2019 unter Drama, Horror, Thriller abgelegt

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Seit Jahren ist FBI-Agent Wesley Doyle auf der Jagd nach einem Serienmörder, der sich “Die Hand Gottes” nennt – jetzt verspricht ein junger Mann, der ihn abends in seinem Büro besucht, Aufklärung: Nach einer vermeintlichen Engelserscheinung habe sein Vater nicht nur die Fähigkeit erhalten, Dämonen zu erkennen, sondern auch den Auftrag, diese zu töten. Zudem soll sein jüngerer Bruder ebenfalls daran beteiligt sein. Also nimmt der junge Mann den Agenten mit zu dem Friedhof, wo alle Leichen liegen und erzählt ihm die ganze Geschichte.

DÄMONISCH lief, als er damals erschien, komplett an mir vorbei – keine Ahnung warum. Ich habe ihn wirklich zum ersten mal gesehen und war positiv überrascht, denn abgesehen davon, dass die Gottessprüche ab und an nerven, ist Bill Paxton in seinem Regiedebüt ein cleverer kleiner Streifen gelungen.

Leider ist er ja vor nicht allzu langer Zeit verstorben, ebenso wie Powers Boothe, der hier den US-Agenten mimt. In einer weiteren Rolle ist Matthew Mc Conaughey zu sehen, der auch knapp 20 Jahre nach DÄMONISCH immer noch recht dicke im Geschäft ist.

Das Bild ist hervorragend und entspricht der heutigen gängigen Blu Ray Qualität. Ob hier Hand angelegt wurde kann ich nicht wirklich sagen, spielt aber auch keine Rolle.

Überrascht war ich vom Ton, der in den spannenden Momenten in denen zum Beispiel der Vater die vermeintlichen Dämonen berührt, heftig durch die Boxen donnert und ich 2 mal regulieren musste, damit mein Nachbar nicht aus dem Bett fliegt.

Das Ganze erscheint in einem schönen Mediabook, in dem der Film sowohl als Blu Ray und DVD vorhanden ist. Dazu hat man noch jede Menge Extras dazugepackt. Viele Interviews, Audiokommentare und kurze Making-ofs runden das hervorragende Gesamtbild ab.

Allerdings ist DÄMONISCH ein eher ruhigerer Film. Hier geht nicht dauernd die Post ab, denn viele Dinge werden eben auch aus der Vergangenheit erzählt und gezeigt, was dem Streifen an manchen Stellen ein wenig das Tempo nimmt, was mich persönlich aber nicht störte, zumal die bedrohliche Grundstimmung über den ganzen Film anhält.

Sehr gute Veröffentlichung eines mir damals durchgegangen Horrorthrillers, der vor allem mit der Wende am Schluss nochmals punktet. Technisch ist hier eh alles gelungen, auch wenn es fast ermüdet, das bei Koch Veröffentlichungen immer zu erwähnen :o )

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ST. AGATHA (Ion New Media/Splendid)

am 29. Mai 2019 unter Drama, Horror abgelegt

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1957, eine Kleinstadt in Georgia: Die schwangere Mary ist nach der Trennung von ihrem Freund alleine. Zu ihrem gewalttätigen Vater will sie nicht gehen und ihre Mutter lebt nicht mehr. Daher sucht sie Zuflucht in einem Kloster, wo man ihr den Namen Agatha gibt und sich die Nonnen etwas dominant, aber zumindest besorgt um sie kümmern. Doch bald ahnt sie, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Mutter Oberin ist eine reichlich sadistische Zecke und die anderen Nonnen trauen sich nicht gegen sie aufzubegehren. Zudem stellt sich sehr schnell heraus, wie sich das Kloster finanziert. Zeit schnell abzuhauen, doch das gestaltet sich nicht ganz so einfach.

Herr Bousman ist zurück auf dem Regiestuhl – genauer gesagt war er dort nie weg, doch seit seinen SAW Filmen hat man nicht wirklich mehr etwa spektakuläres von ihm gehört. Galt er damals noch als große Nachwuchshoffnung, hat sich das in den letzten Jahren doch etwas relativiert. Hier liefert er jedoch einen wirklich hübsch garstigen Streifen ab.

ST AGATHA ist, im Gegensatz zu dem was der Trailer suggeriert, kein reiner Horrorfilm, sondern eher ein Drama mit vielen Horrorelementen, in denen geschildert wird, wie verzweifelte Mädchen ausgenutzt werden.

Es gibt hier auch nichts übernatürliches zu sehen, sondern das Grauen ist komplett real, wobei man das wörtlich nehmen kann, denn anscheinend hat Bousman sich wieder an die SAW Filme zurückerinnert und auch hier jede Menge Geschmacklosigkeiten eingebaut. Das ist nicht immer zwingend blutig, aber teilweise, auch in Sachen Kopfkino, relativ extrem.

Im letzten Abschnitt, wird’s dann partiell auch blutig und in einer Szene (will nicht spoilern) herrlich abstrus, denn ich glaube so wurde noch nie ein Mensch umgebracht. Zumindest habe ich es noch nie gesehen.

Eine grandiose Leistung bietet hier Carolyn Hennesy als Mutter Oberin, der es sichtlich Spaß macht, die sadistische Nonne heraushängen zu lassen und wenn sie zu einem ihrer Monologe ansetzt, in dem sie mal eben 5 bis 6 Beleidigungen raushaut, ist das zudem auch noch amüsant.

Fazit: Ein kleiner, feiner B-Movie – gegen Ende vielleicht einen Tick zu lang (Laufzeit über 100 Minuten), der aber, wie oben erwähnt, nicht zwingend dem klassischen Horrorbereich zuzuordnen ist, teilweise aber mehr eklige Szenen enthält, als andere Genrestreifen. Zudem schafft es Bousman hier eine schick düster-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, daher gibt es:

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DUST DEVIL – LIMITED EDITION (Koch Media)

am 29. Mai 2019 unter Drama, Horror, Suspense, mystery abgelegt

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Ein dämonischer Gestaltwandler durchstreift die Wüste Namibias auf der Suche nach neuen Opfern – denn mit jedem Mord wachsen auch seine teuflischen Kräfte. Als sich Wendy, die gerade ihren Mann verlassen hat in den geheimnisvollen Wanderer verliebt, scheint sie die einzige zu sein, die seinem grausamen Tun ein Ende setzen kann. Unterstützt wird sie dabei von einem örtlichen Cop – und schamanischer Magie… denn wenn der DUST DEVIL erst einmal menschlich geworden ist, kann man ihn auch wie eben einen solchen bekämpfen.

Ich habe einen recht guten Kontakt zu der Firma KOCH MEDIA und schlage denen ab und an auch mal Filme vor, die man  auf Blu Ray veröffentlichen könnte. Doch auf diesen wäre ich nicht gekommen, denn mir persönlich hat der damals zwar super gefallen, ist aber doch ein eher gewöhnungsbedürftiger Streifen, von dem ich der Meinung bin, dass er sich schwierig verkaufen wird.

Bereits als der Film in den 90ern erschien, war er in der Wahrnehmung schon sehr elegisch. Damals war das kein Problem, doch heute haben sich die Sehgewohnheiten drastisch verändert und ich denke in einer Minute John Wick gibt es mehr Schnitte zu sehen als hier in 108 Minuten. Daher bin ich mir nicht sicher, ob DUST DEVIL Menschen gefällt, die ihn heute das erste Mal sehen.

Die Grundlage die KOCH MEDIA gelegt hat, ist jedoch perfekt. Der Film kommt in einer wunderschön gestalteten Buchform auf den Markt und hat neben den beiden verschiedenen Versionen (Kinofassung und lange Version, die es soweit ich weiß, bisher noch nicht gab) auf den Markt. Dazu gibt es den Soundtrack auf einer Extra CD und eine Flut an Extras, die gar nicht aufhören will. Selbst auf der Homepage von KOCH sind nicht mal alle aufgeführt, diese sei hier mal verlinkt, da das sonst meinen Rahmen sprengen würde :

https://shop.kochmedia.com/shop/de_AT/productdetail.html?fmt=list&psize=12&entryPoint=FILM&page=0&nav1=FILM&id=1017581

Doch die VÖ steht und fällt natürlich mit dem Bild, denn was nützen Extras wenn die Bildqualität schlecht ist – dem ist aber nicht so. Die ersten Minuten gibt es leichtes Grieseln, das aber auch dem starken Einsatz des Rotfilters geschuldet ist, den DUST DEVIL als Stilmittel einsetzt. Danach wird das Bild aber deutlich besser und befindet sich auf sehr gutem Niveau. Der Ton ist nicht wirklich entscheidend.

Sehr schön auch, dass man hier die Original Synchronisation beibelassen hat, in der der geheimnisvolle Sprecher aus dem OFF schon damals das Highlight darstellte – das funktioniert auch heute noch.

Fazit: Ich wüsste nicht, was man hier noch hätte verbessern können. Gutes Bild, sehr schöne Gestaltung, Extras in Hülle und Fülle – dennoch glaube ich nicht, das der Streifen ein großer Verkaufsschlager wird – dafür ist er einerseits zu unbekannt und anderseits doch sehr sperrig.

THE HAUNTING OF SHARON TATE (Universum Film)

am 29. Mai 2019 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Beverly Hills 1969: Frustriert über die Abwesenheit ihres Mannes Roman Polanski bezieht die schwangere Sharon Tate mit ihren Freunden ein abgelegenes Haus in den Hollywood Hills. Verfolgt von Visionen ihres Bevorstehenden Todes versucht sie ihre Freunde davon zu überzeugen, dass etwas schreckliches passieren wird und es besser wäre abzureisen. Doch die Hoffnung ihr Schicksal zu ändern findet ein jähes Ende.

Diese Visionen soll Frau Tate angeblich wirklich gehabt haben – zumindest stützt der Streifen sich auf diese Behauptung, was natürlich insgesamt ein wenig dünn, aber auch nicht widerlegbar ist.

Wie man es schafft in einem Film vieles richtig und vieles falsch zu machen – dafür ist THE HAUNTING OF SHARON TATE ein Paradebeispiel. Fangen wir mal mit der Besetzung an:

Frau Tate galt damals als eine der schönsten Frauen der Welt und das soll nun Frau Duff sein? Nun ja da wären mir auf Anhieb aber 100 andere eingefallen, obwohl sie ihre schauspielerische Limitierung überraschend gut kaschieren kann.

In der Mitte des Films schafft der Streifen eine nahezu sensationell gute Atmosphäre, die vor allem durch den bedrohlichen Soundtrack untermauert wird. Der „Überfall“ ist hervorragend und extrem spooky inszeniert.

Doch jetzt kommt das aber. Wer die Geschichte um Sharon Tate noch nicht kennt und das sind sicher viele Horrorfans jüngeren Alters, der bekommt den Ausgang sofort am Anfang des Streifens erzählt und ich kann mir keinen Reim darauf machen, wieso der Regisseur dies tut, denn nun gibt es eigentlich keine Zielgruppe, die nicht weiß, wie die kommenden 80 Minuten enden. Was soll das?

Die Gewaltszenen sind teilweise sehr explizit und den Film ab 16 freizugeben ist schon grenzwertig, wobei hier weniger das Blut spritzt, sondern eher die Intensität der Brutalität heraussticht.

Fazit: Für mich nicht nachvollziehbar, wieso man den Ausgang des Streifens schon am Anfang verkündet – und das auch noch in aller Ausführlichkeit. Dafür sind die Thriller und Horrorelemente sehr gelungen, doch was nützt das wenn man den Ausgang kennt? Ein merkwürdig unentschlossener und konfuser Streifen, mit aber durchaus guten Ansätzen.

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ONE CUT OF THE DEAD (Koch Media)

am 29. Mai 2019 unter Horror, Komödie abgelegt

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In Panik und mit einer Axt in den zitternden Händen, versucht die junge Frau, sich ihren zombiefizierten (klasse Wortwahl) Freund vom Leib zu halten. Leider vergebens. Da stürmt plötzlich Higurashi wutentbrannt heran: Schon wieder hat sein semi-talentierter Cast eine Szene versaut – im 42. Take! Der Nachwuchsregisseur will doch einfach nur einen blutigen Zombiefilm drehen. Als aus heiterem Himmel echte Zombies auf der Bildfläche erscheinen, sind Higurashis Probleme gelöst. Flugs schnappt er sich die Kamera und hält damit auf seine Crew und die Schauspieler, die endlich in echter Panik vor den realen Untoten Reißaus nehmen.

Der Pressetext ist in diesem Fall mal wirklich gelungen – ich hätte es nicht besser schreiben können und wie man an diesen Zeilen erkennen kann, hat der Streifen eine wirklich witzige Grundidee.

Als ich auf imdb nachschaute strahlte mich hier eine 7,8 als Durchschnittsbewertung an, mit der ich so meine Probleme habe, denn seit wann mag man dort asiatische Horrorfilme mit Trash-Appeal?

Auch wenn ONE CUT OF THE DEAD durchaus unterhaltsame Momente hat, finde ich persönlich, das sich die Grundidee mit zunehmender Spieldauer ein wenig erschöpft. Als Kurzfilm, von sagen wir mal 30 Minuten, wäre das hier wirklich amüsant geworden, doch irgendwann ist es etwas ermüdend, den dauernd weglaufenden Darstellern beizuwohnen, zumal sich in der Geschichte auch nicht wirklich mehr was tut.

In den letzten Jahren fiel mir nun schon öfters auf, das viele neue Ideen auf den Markt kamen, die aber eben eher nicht geeignet sind für 90 Minuten oder deren Regisseure es nicht schaffen, eben diese unterhaltsam zu füllen. Ein Beispiel hierfür ist auch POLAROID, zudem es aber immerhin einen Kurzfilm gibt. Auch da ging die Langfassung nicht wirklich auf.

Fazit: Ich liege mit meiner Bewertung etwas unter dem allgemeinen Feedback. Die teilweise überragenden Kritiken im Internet, sowohl auf imdb als auch auf amazon, kann ich so nicht nachvollziehen. Habe ich da ein Kunstwerk verschlafen?

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