Kalender

Juni 2017
M D M D F S S
« Mai    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Videotie bei Twitter

  • Twitter hat Schluckauf...

TELL ME HOW I DIE (Alive)

am 20. Juni 2017 unter Horror, SciFi, Suspense abgelegt

293003

Einige Studenten, unter anderem die sympathische Anna, nehmen an einem Medikamenten-Test in einer Forschungsstation teil, welche mitten in der Pampa liegt, aber 2000 Dollar sind durchaus ein Anreiz an dem ganzen teilzunehmen. Getestet wird ein Mittel, welches die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Schon nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Wirkungen – allerdings anders als angenommen. Einige der Teilnehmer haben Visionen und können Dinge sehen, die, wie sich später zeigt, auch wirklich passieren. Anfangs finden das einige ziemlich cool, denn zum Beispiel in einem Kasino kann man damit gut Geld scheffeln. Doch als der erste der Herrschaften das Zeitliche segnet und dies Anna in einer Vision erschien, wird den Teilnehmern mulmig. Zudem hat sich anscheinend ein Killer Zugang verschafft und dezimiert ordentlich Teilnehmer der Studien, als auch Personal.

Das hört sich jetzt insgesamt banaler an als es eigentlich ist, denn nach ca. 45 Minuten gibt es erste Anzeichen einer Wendung, die mir extrem gut gefallen hat, denn daraus resultiert, das die Überlebenden nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Leider kann ich nicht sagen , warum das so ist, denn das wäre wirklich zu krass gespoilert und würde hier doch zu viel vorwegnehmen.

Wer meint, man bekommt hier einen billig aussehenden B-Movie zu sein, der wird überrascht sein. Alleine die Forschungsstation macht optisch richtig was her und auch der komplette Look des Films sieht nun wahrlich nicht nach einer billigen Produktion aus. Respekt, was der völlig unbekannte Regisseur D.J Viola hier aus dem mickrigen Budget herausgeholt hat.

Die Schauspieler sind auch weitestgehend unbekannt, bestenfalls William Mapother, der den behandelnden Arzt spielt, kennt man aus recht vielen Filmen.

Wieso TELL ME HOW I DIE teilweise vernichtende Kritiken bekommt, ist für mich nicht nachvollziehbar – teilweise mit der Begründung der fehlenden Logik. Da frage ich mich, wie ein Film der mit einem Thema experimentiert, das so noch nie verfilmt wurde und in dem es um ein Medikament geht, das diverse Nebenwirkungen hat, dass es so aber gar nicht gibt, logisch sein kann?

Das sind dann aber komischerweise die gleichen Menschen, die den schlimmsten Rohrkrepierer der letzten 3 Jahre namens DONT BREATHE gut finden. DER war mal unlogisch, weil es da nicht um Experimente sondern nur um reale Dinge ging, und die waren völlig bescheuert konstruiert.

Ok, gegen Ende übertreibt es der Drehbuchautor ein wenig selbstverliebt mit seinen Visionen und Voraussagen und 107 Minuten sind auch eine stramme Laufzeit – da hätten es 25 Minuten weniger auch getan.

Trotzdem bleibe ich im Gegensatz zu den meisten (Ausnahmen sind einige Kritiken bei imdb) dabei, das TELL ME HOW I DIE einer der spannendsten Filme des Jahres ist. Wer zum Beispiel MORGAN Project mochte, wird auch hier Gefallen finden, weil es auch da um eine Mischung aus Horror und Sci-Fi ging. Zudem gibt es auch noch einiges an recht originellen Mordarten zu sehen. Was will man noch?

GEHEIMTIPP!

712

DONT HANG UP (Splendid Film)

am 20. Juni 2017 unter Horror, Thriller abgelegt

dvd-dont hang up-2d OPENER

Sam und Brady suchen sich wahllos Opfer für Telefonstreiche aus, die teilweise schon die Grenze des guten Geschmacks überschreiten, zumal sie das ganze auch noch online stellen. Eines Abends bekommen aber auch die beiden mal einen Anruf, von dem beide denken, das es sich nur um einen harmlosen Irren handelt. Doch dem ist mitnichten so, denn kurz darauf sieht Brady seine Eltern gefesselt in einem Video. Der anonyme Wahnsinnige scheint alles über die beiden zu wissen und bald gibt es auch den ersten Toten. Als Sams Freundin entführt wird, wissen sie, das das hier wesentlich böser enden kann, als ihre Streiche, die sie sich erlauben – doch warum tut der Fremde das?

Wer mal wieder 90 Minuten richtig gut unterhalten werden will, ist mit DONT HANG UP genau an der richtigen Adresse. Wenn natürlich auch nicht alles wirklich Sinn ergibt (was der anonyme Anrufer an technischen Finessen so alles drauf hat, ist selbst im Computerzeitalter reichlich übertrieben).

Natürlich klaut DONT HANG UP auch bei bekannten Vorbildern wie SCREAM oder SAW – das aber erstaunlich clever. Nie hat man irgendwie das Gefühl, hier ein dumpfes Plagiat zu sehen, denn es gibt jede Menge wirklich gelungener Einfälle und Wendungen, die ich aber aus Spoilergründen nicht angeben kann.

Die beiden Jungs sind durchaus talentiert und obwohl der Darsteller des Sam eigentlich keine Horrorfilme mag, wie er in den Extras betont, war er für dieses Projekt Feuer und Flamme. Schaut man in die Biographie der beiden entdeckt man auch nicht wirklich Highlights – im Gegenteil. Insbesondere Garrett Clayton hat bislang ganz schönen Mist gedreht.

Auch die beiden Regisseure haben bis auf nen Kurzfilm noch nichts wirkliches auf die Leinwand gezaubert – was anhand teilweise wirklich gelungener Kamerafahrten (alleine die Nummer durch das Schlüsselloch ist schon origineller als andere Filme komplett) und vor allem dem sehr guten Timing, relativ erstaunlich ist.

Wie gesagt, man sollte bei diesem Film jetzt nicht alles logisch hinterfragen, denn dann verdirbt man sich den Spaß, den ich zumindest 90 Minuten lang hatte. Das Bild und der Ton und auch die Synchronisation sind bei Splendid eh meist außerordentlich gelungen und spielen fast schon in der Major-Liga. Wie immer beweist man bei den B-Movies, die man so einkauft, ein gutes Händchen.

Menschen die diesem Genre zugeneigt sind können bedenkenlos zugreifen, denn nach einem etwas chaotischen Anfang wird der Streifen schon nach 20 Minuten richtig spannend. Die Wende gegen Ende ist zudem sowohl gelungen als auch glaubwürdig.

6-chucky1212222411341162224453222

AMBULANCE (KOCH MEDIA)

am 20. Juni 2017 unter Horror, Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

91tMinGAxnL._SL1500_

Comiczeichner Josh spricht in New York auf der Straße seine Traumfrau Cheryl, an, der er schon wochenlang hinterherhechelt. Doch plötzlich hat sie einen Schwächeanfall und wird von einem Krankenwagen abgeholt. Als Josh sie im Krankenhaus besuchen will, wurde sie weder da, noch in irgend einem anderen New Yorks eingeliefert. Dann findet er heraus das dieser Krankenwagen anscheinend Diabetiker entführt, doch der ermittelnde Detective glaubt ihm nicht. Lediglich die Streifenpolizistin Dandra versucht ihm zu helfen und bald geraten beide in akute Gefahr.

Ich glaube 1990 kannte diesen Film so ziemlich jeder Videothekengänger. Im Kino nicht wirklich ein Hit, entwickelte sich der Streifen auf VHS zu einem Renner, für den man dann auch mal anstand, um ihn zu bekommen (so war das früher).

Doch wie das oft bei solchen Produktionen ist, kann man solche Filme 25 Jahre später nicht mehr schauen, weil die Dialoge heutzutage total beknackt wirken. AMBULANCE hat den Test of Time überraschend gut bestanden. Die Story ist originell, die Konversationen sind zwar nicht mehr zeitgemäß, aber auch nicht zu lächerlich. Lediglich die vollkommen bescheuerten Klamotten und Frisuren sind schauderhaft.

Doch das soll hier nichts zur Sache tun. Kümmern wir uns also um die technische Seite. Wie man das von KOCH gewohnt ist, bekommt man ein hervorragendes Bild geboten. Die Blu Ray hat eine ordentliche Qualität und kann mit B-Movies von heute durchaus mithalten. Der Ton ist in 2.0 und erfüllt seine Pflicht.

Das Mediabook enthält ein wunderschönes Inlay das die Geschichte und die Hintergründe der damaligen Produktion beleuchtet. Dazu gibt es die DVD und auch einiges an Bonusmaterial hat man noch ausgegraben, unter anderem Hintergründe zum Film die bestimmt genauso lange sind wie der Streifen selbst und einen Audiokommentar von Larry Cohen, dem Regisseur, der uns in den 80er und 90ern so viele gute Filme kredenzte – meist als Drehbuchautor. Unter anderem wären da MANIAC COP, NICHT AUFLEGEN und der leider völlig unbekannte DONOR (deutscher beknackter Titel : Skalpell des Schreckens) zu nennen.

Fazit: Ein sehr schönes Gesamtpaket, wie man es von Koch gewohnt ist. Natürlich ist das auch nicht ganz billig, aber Qualität hat eben ihren Preis.

DAS MORGAN PROJECT (Fox)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Horror, SciFi abgelegt

images

Die toughe Krisenmanagerin Lee wird zu einem abgelegenen Ort geschickt, an dem sie die Fortschritte eines geheimen Experiments begutachten soll. Zudem kam es zu einem Vorfall, denn Morgan, eine gerade mal 5 jährige, künstlich erschaffene, aber humanoide Lebensform, hat eine Mitarbeiterin des Labors schwer verletzt. Lee soll prüfen, ob das Experiment außer Kontrolle geraten ist und abgebrochen werden muss – was zur Folge hätte, das auch Morgan nicht überleben darf. Zudem wird noch ein Psychologe dazu geholt. Bei dessen aggressiver Befragung rastet „es“ komplett aus und Lee ist sich nun sicher, das man es eliminieren muss, doch die Mitarbeiter die das menschliche Wesen ins Herz geschlossen haben, bereitet dieser Gedanke Probleme. Eben diese bekommen sie aber auch, als Morgan abhauen will.

Ridley Scott hat diesen Film produziert, was nicht weiter verwunderlich ist, denn sein Sohn Luke liefert hier seinen ersten Langfilm ab und bewegt sich dabei durchaus auf den Spuren des Vaters, der ja dem Science-Fiction Genre auch nicht unbedingt abgeneigt ist.

Zwar ist MORGAN PROJECT nicht zwingend logisch (man könnte hier einiges aufführen); dafür aber von enormer Intensität. Die beiden vermeintlichen Hauptdarsteller Kate Mara (was eine coole Sau) und Anna Taylor Joy (genauso cool und hübsch) liefern sich ein fulminantes Duell, sowohl verbal als auch körperlich, Zudem sind die Nebenrollen mit Prominenz bestückt. Paul Giamatti, Jennifer Jason Leigh und Toby Jones sind unter anderem mit an Bord.

Anfangs braucht man allerdings ein wenig Geduld, den der Steifen beginnt mit einem relativ langen Prolog. Dieser ist aber notwendig, da man hier auf viele Punkte des Experiments detailliert eingeht. Hätte man das kürzer gestaltet wären die „hier wird ja nix erklärt“-Stimmen sicher wieder laut geworden.

Das ich einen Film der Firma FOX bewerte kommt eher selten vor, denn als riesiger Major tut man sich mit Bemusterungen, vorsichtig formuliert, etwas schwer. Zudem sind die Budgets der Filme weit über denen die eigentlich auf meiner Seite besprochen werden sollen.

MORGAN PROJECT hat aber trotz des coolen Looks, auch durch seine etwas krude Story, eher einen B-Movie Charme, wenn er auch sehr professionell in Szene gesetzt wurde. Die Effekte sind gut dosiert und auch gelungen.

Fazit: Ein kleiner Geheimtipp, der allerdings nicht allen zusagen wird, auch weil die Action nicht zwingend im Vordergrund steht.

6-chucky1212222411341162224453222

05chucky11221112122131

HEADSHOT (Koch Media)

am 08. Juni 2017 unter Action abgelegt

291716

Der noch sehr jungen Profikiller Abdi will aus dem Geschäft aussteigen, doch das bekommt ihm nicht besonders gut, denn er hat bald eine Kugel im Schädel. Schwer verletzt wird er am Strand angespült und dort von der jungen Medizinstudentin Ailin, wieder aufgepeppt. Seine Erinnerungen sind allerdings sehr lückenhaft. Zudem hat sein ehemaliger Chef ihn nicht vergessen und entführt Ailin. Abdi versucht sie aus den Klauen des fiesen Typen zu befreien…

So weit so wenig innovativ. Die Geschichte interessiert im Endeffekt aber auch niemanden, denn eigentlich ist das alles nur ein Aufhänger, um uns einen ganzen Katalog aufzuzeigen, wie man Menschen auf alle erdenkliche Weisen umbringen kann oder deren Knochen zerlegen.

Was das angeht überschreitet man hier fast schon die Grenze des guten Geschmacks und HEADSHOT ist brutaler als jeder Horrorfilm der letzten 20 Jahre. Dagegen sind die beiden RAID Teile, in denen der gleiche Hautdarsteller mitspielte, Kinderkrams.

Ich muss dazu sagen, das ich nicht wirklich was mit diesen Gewaltorgien anfangen kann (John Wick sei hier auch erwähnt), ich aber weiß das es jede Menge Menschen gibt, die das total klasse finden, wenn massenhaft Knochen brechen und Menschen verstümmelt oder ermordet werden, was die durchweg positiven Bewertungen auch belegen.

Da ich mich nicht wirklich in der Lage sehe diesen Streifen so zu beurteilen, wie es ein Fan tun würde, enthalte ich mich der Bewertung, merke aber an, das die schauspielerischen Leistungen für dieses Genre eigentlich ganz passabel sind. Tiefgang darf man nicht erwarten und niemand wird diesen Anspruch an HEADSHOT stellen.

PHANTASM RAVAGER (Koch Media)

am 08. Juni 2017 unter Horror, Klassiker abgelegt

287971

Der unheimliche “Tall Man” macht seit Jahren mit seinen kleinen, fiesen Helfern und seinen mörderischen Silberkugeln die Welt unsicher. Reggie ist ihm immer noch auf den Fersen, seit er mit seinem Freund Jody und dessen jüngerem Bruder Mike das Geheimnis des angeblichen Bestatters entdeckt hatte: Durch die Dimensionstore die er geschaffen hat, ist er zudem sehr schwer zu fangen. Reggie ist des Jagens müde, muss jedoch noch ein letztes Mal den Kampf aufnehmen.

Teil 5 der Phantasm-Reihe wird definitiv der letzte sein. Man hat ihn aber gerade noch rechtzeitig fertigbekommen, denn Angus Scrumm, verstarb kurz nach dem Dreh im Alter von fast 90 Jahren. Reggie Bannister hat mittlerweile die 70 überschritten und sollte die Waffen nun auch endgültig niederlegen.

Was erwartet uns zum Schluss? Ein Wiedersehen mit jede Menge alter Bekannter, den berühmten Todeskugeln und Rückblicke auf die Vorgängerteile. Die ersten beiden der Serie waren die absoluten Höhepunkte..

Während Nummer 1 mehr von Spannung lebte, kam im Nachfolger durch die bösen Kügelchen noch einiges an Blutzoll dabei. Nummer 3 war durchaus auch noch gelungen, während man den letzten Teil vergessen konnte und nur noch mal schnell Geld auf dem Videomarkt machen wollte. Legendär ist die Titelmelodie, die ein wenig an einen Score von John Carpenter erinnert.

Nun die Recken sind in die Jahre gekommen und die Geschichte ist jetzt auch nicht wirklich innovativ. Zudem hat der TALL MAN fast ein wenig zu viel Screentime, denn das interessante waren eigentlich immer die Kurzauftritte, die besonders prägnant waren.

Im letzten Abschnitt gibt es eine Menge CGIs, die leider nur partiell in Ordnung gehen, aber das Budget war auch nicht besonders hoch. Zudem sieht das Blut doch sehr unecht aus.

Positiv anzumerken sind die Todeskugeln, die natürlich durch die technischen Errungenschaften heute viel mehr hermachen als noch vor 30 Jahren und zudem auch noch besonders fies drauf sind. Eine von denen geht mal richtig derb ab.

Auch wenn der letzte Teil nicht wirklich etwas Neues erzählt, so freut man sich doch noch einmal die ganzen bekannten Gesichter wiederzusehen. Da sieht man über die ein oder andere Länge hinweg. Ruhe in Frieden Angus.

Mit etwas Sympathiebonus:

5-chucky223312233331111231314231232

ALLIED (Paramount/Universal Pictures)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Suspense abgelegt

293201

In ALLIED wird und die Geschichte des des englischen Geheimdienstoffiziers Max Vatan und der französischen Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour erzählt, die sich im geheimen Auftrag der Alliierten in Casablanca zusammentun, um ein Attentat zu verüben. Offiziell sind sie da schon verheiratet. Dies passiert später jedoch auch wirklich, denn das Paar hat sich beim Auftrag ineinander verliebt. Doch dann wird Marianne verdächtigt, eine verdeckte deutsche Agentin zu sein. Sollte sich dies als wahr herausstellen, weiß Max, was er zu tun hat – sie umgehend zu eliminieren.

Einen Film mit einem doch sehr großen Budget bespreche ich selten, denn er ist eigentlich nicht wirklich das was ich auf meiner Seite so präsentiere. In diesem Fall mache ich jedoch mal eine Ausnahme, weil mit der Streifen sehr gut gefallen hat.

Zwar ist das Ende doch relativ leicht abzusehen, doch bis dahin bekommt man einen stilsicheren und hervorragend gespielten Krimi der alten Schule zu sehen, in der die Hauptdarsteller überraschend gut aufspielen, zumal beide nicht wirklich zu meinen Favoriten gehören. Besonders Frau Cotillard, deren latenter Hang zum Overacting mich meist nervt, spiet erstaunlich nuanciert.

Robert Zemeckis, der legendäre Macher von Back to the future meldet sich nach längerer Abstinenz (obwohl so alt ist THE WALK ja auch noch nicht) mal wieder als Regisseur zurück und hat sich dafür ein sehr gutes Drehbuch ausgesucht. Die Figuren und die Konflikte, in denen sie sich bewegen sind glaubwürdig und nicht immer durchschaubar. Die Geschichte ist interessant und Menschen die sich gar nicht in den Wirren des zweiten Weltkrieges auskennen, bekommen sogar noch ein wenig Wissen vermittelt.

Dabei halten sich Liebesgeschichte und Krimihandlung einigermaßen die Waage, so das das Pendel nicht zu stark in eine Richtung ausschlägt. Die 2 Stunden kamen mir zudem relativ kurz vor.

Wer gerne alte Spionagestreifen wie etwa ENIGMA zu seinen Favoriten zählt, kann hier eigentlich bedenkenlos zugreifen.

6-chucky1212222411341162224453222

ACCIDENTS (Lighthouse)

am 30. Mai 2017 unter Drama abgelegt

378535

Bevor es zu einem tödlichen Unfall in einer Mine in einer kleinen Gemeinde irgendwo in den USA kam, herrschte Harmonie in dem Örtchen, doch nun ist alles anders. Minenmanager Bill will keine Verantwortung übernehmen, denn er handelte nur nach Vorschrift. Seine Frau Diana leidet unter den Anfeindungen der anderen Bewohner. Als deren gemeinsamer Sohn TJ eines Tages nicht mehr nach Hause kommt und auch wochenlang nicht gesehen oder gefunden wird, beginnt Diana eine Affäre mit Amos, dem einzigen Überlebenden des Minenunglücks. Der wiederum wird von seinen Kollegen unter Druck gesetzt auch ja die „Wahrheit“ beim Gerichtstermin auszusagen. Obwohl der Tod von TJ ein Unfall war, leidet der vermeintliche Mörder Owen seelisch sehr darunter – trotzdem erzählt er niemandem etwas.

Wie man an der Zusammenfassung erkennen kann, handelt es sich hier um mehrere Handlungsstränge, die erst mit der Zeit zusammengeführt werden. ACCIDENTS ist daher eher ein unabhängiger Blick auf eine Kleinstadt und wie sich das Leben der Mitbewohner von einem auf den anderen Tag schlagartig ändern kann, als klassisches Erzähl-Kino.

Chloe Sevigny, Josh Lucas, Elisabeth Banks – es gibt schlechtere Besetzungen für eine kleine Independent-Produktion, die übrigens auf dem SUNDANCE-Festival zu sehen war.

Am meisten überrascht mich hierbei Banks, deren schauspielerische Qualitäten ich eher für beschränkt halte, die hier aber eine ungewöhnlich intensive und glaubwürdige Vorstellung abliefert. Chloe Sevigne hat leider zu wenig Screentime.

Insbesondere das Minenunglück wird am Anfang des Streifens nur kurz erwähnt und erst mit zunehmender Spieldauer bekommt der Zuschauer die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge erklärt, da man sich zu Beginn sehr auf den Charakter des Owen konzentriert, der von dem mir unbekannten Jacob Lofland hervorragend authentisch dargestellt wird.

ACCIDENTS ist nichts zum nebenher schauen. Man sollte sich doch ausschließlich auf die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere konzentrieren, die wie bereits erwähnt, auch sehr gut besetzt wurden .

Menschen die Filme wie WINTERS BONE mögen, kommen hier voll auf ihre Kosten – zu denen zähle ich auch. Das Mainstream-Publikum wird das hier als langweilig empfinden.

6-chucky1212222411341162224453222

A KIND OF MURDER (Universum Film)

am 30. Mai 2017 unter Suspense, Thriller abgelegt

MV5BMjAwNDA1NjcwN15BMl5BanBnXkFtZTgwMDY0MDA2MDI@._V1_UX182_CR0,0,182,268_AL_

Walter Stackhouse ist ein erfolgreicher Architekt im New York der Sechzigerjahre, verheiratet mit der schönen Clara und führt ein vermeintlich perfektes Leben. Zumindest nach außen hin, denn seine Gattin hat schwere Depressionen und ist krampfhaft eifersüchtig. Da Stackhouse schon immer einen Hang zu spannenden Kriminalfällen hat und selbst gerne Autor wäre, kommt ihm ein Mord in der Umgebung gerade recht. Der Tatverdächtige ist der Ehemann, den er in dessen Buchladen unter einem Vorwand aufsucht. Kurz darauf bekommt der Architekt jedoch selbst Probleme. Seine Gattin wird ebenfalls tot aufgefunden. Als ans Licht kommt das er eine Affäre mit einer Barsängerin hatte, gerät er plötzlich ebenfalls unter Mordverdacht.

Das der Streifen sich an Hitchcock-Vorbildern orientiert ist offensichtlich. Leider erreicht er natürlich nicht annähernd die Qualität, wobei das nicht unbedingt an der Qualität des Regisseurs liegt, sondern an dem etwas holprigen Drehbuch.

Zudem dauert es recht lange, bis die eigentliche Krimihandlung mal ins Rollen kommt, davor ist der Streifen an manchen Stellen doch etwas geschwätzig.

Gelungen hingegen ist das coole 60s Flair und auch die Darsteller machen keinen schlechten Job, wobei Wilson sichtlich Spaß an seiner Rolle hat und den Hobby-Detektiv mit Verve verkörpert.

Hätte man die Geschichte etwas verschachtelter erzählt und die ein oder andere Wende eingebaut, wäre hier deutlich mehr möglich gewesen, als ein solider Genre Beitrag. Denn eigentlich gibt es hier einfach keine möglichen Verdächtigen, so dass der Ausgang im Grunde von vornherein klar ist.

4chucky112211131

XX (Koch Media)

am 30. Mai 2017 unter Horror abgelegt

295159

Wer in diversen Internetforen unterwegs ist wird wissen, das die Bezeichnung XX oft für das männliche Genital gebraucht wird. Wer aber glaubt, es handele sich hier um einen erotischen Streifen, den muss ich enttäuschen. Vielmehr sind es 4 Kurzgeschichten, die allesamt von Frauen inszeniert wurden und dem Horror-Genre zuzuordnen sind.

THE BOX: Nachdem ein Junge in der U-Bahn in die Geschenkbox eines Passagiers gesehen hat, verweigert er die komplette Nahrungsaufnahme.

BIRTHDAY PARTY: Es soll eine lustige Geburtstagsparty werden, doch Papa beschließt am gleichen Tag sich umzubringen. Aber man will ja dem Kleinen nicht seinen schönsten Tag versauen…

DONT FALL: In der Wildnis werden ein paar Freunde im Urlaub von einem mysteriösen Vieh angegriffen, was einigen gar nicht gut bekommt.

OLNY LIVING SON: Ihr Sohn weiß schon lange das mit ihm etwas nicht stimmt und das seine Herkunft nicht die ist, die ihm erzählt wurde. Seine Mutter versucht die Wahrheit zu vertuschen..

Wie immer bei diesen Kurzgeschichten steht und fällt das Ganze natürlich mit der Grundidee. Im Falle von BOX ist diese wirklich gelungen. Auch wenn nicht alles aufgeklärt wird, ist das ganze vom Prinzip die interessanteste Folge. Birthday Party ist eher schwarzhumorig aber dennoch unterhaltsam, während die dritte Folge leider sehr beliebig wirkt. Nummer 4 weiß zu unterhalten und hat ein gelungenes Ende.

Eingerahmt wird das ganze von einer schönen Animation.

Insgesamt kann man dem Ganzen einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Potenzial für einen kompletten Film hätte allerdings wirklich nur THE BOX.

4chucky112211131