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VICE (Universum Film)

am 18. Juli 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Zweithöchster Mann in der Hierarchie der USA – das hört sich zunächst einmal super an, doch Dick Cheney weiß genau, dass der VICE Präsident bestenfalls ein Grußonkel ist. Als er den Job angeboten bekommt, lehnt er daher auch zuerst ab. Doch dann lässt er sich ein paar Dinge einfallen, wie er seine Macht verstärken könnte und nimmt die Wahl dann doch an. Und wird zum mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten:

VICE – DER ZWEITE MANN beleuchtet die sagenhafte Karriere des Bürokraten und Washington-Insiders, der an der Seite von George W. Bush zum einflussreichsten Politiker der Welt wurde und seine Macht zu nutzten wusste: Cheneys Entscheidungen prägen das Land noch immer.

Nun hat man für die Geschichte dieses Mannes in Sachen Erzählstil eine Mischung aus Satire und Tragikomödie gewählt. Ich persönlich hätte es lieber als Thriller gesehen, denn die Geschichte dieses Herrn, der übrigens heute immer noch lebt, hätte sich dafür angeboten.

So gibt es in dem Film Stellen, die mir gar nicht zusagen, insbesondere manche kleine Einspieler finde ich einfach deplatziert – andere Einfälle wie zum Beispiel den Erzähler aus dem Off und die Auflösung, was es mit diesem auf sich hat sind wiederum mehr als originell.

Mittendrin stapft Christian Bale durch die Manege, der sich für die Rolle mal wieder jede Menge Speck angefressen hat und seit Jahren für sein Method Acting bekannt und auch berüchtigt ist. Über seine schauspielerische Klasse gibt es natürlich keine Zweifel.

Auch der Rest der Besetzung ist gelungen. Scott Speedman als Bush ist fast schon ein wenig überzeichnet. Ob die reale Persönlichkeit auch eine eher wenig helle Kerze auf der Torte ist, wie einem hier suggeriert wird, weiß ich nicht. Jedenfalls kommt er nicht besonders gut weg.

Die Bewertungsmöglichkeiten für VICE sind vielfältig. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die diesen Erzählstil überhaupt nicht mögen, andere werden ihn als originell und genial erachten. Ich befinde mich irgendwo mittendrin, einfach weil ich das ganze gerne etwas spannender gehabt hätte, was natürlich bei o.g. Genres schwer machbar ist. So ist meiner Meinung alles möglich zwischen

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und

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DER SCHWARZE ENGEL (Koch Media)

am 18. Juli 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Der 17-jährige Argentinier Carlitos gibt seinem Leben mit gelegentlichen Einbruchstouren den gewissen Kick. Von seinem neuen Mitschüler Ramón ist der Junge aus gutem Hause sofort fasziniert. Dessen drogensüchtiger Vater José erkennt schnell Carlitos’ Talent für riskante Raubzüge – und bald schon beginnt eine lukrative Zusammenarbeit. Als die beiden Jungs bei einem Coup von einem alten Mann überrascht werden, schießt Carlitos auf ihn. Doch derlei Kollateralschäden bereiten dem Teenager keine schlaflosen Nächte – im Gegenteil.

Carlos Eduardo Robledo Puch gibt es tatsächlich. Er verbüßt derzeit weiterhin eine Haftstrafe von 45 Jahren – die höchste die jemals in Argentinien ausgesprochen wurde. Anfangs nur durch Einbrüche auffällig, kamen später auch noch Vergewaltigungen und Mord hinzu.

Bei der Besetzung ist den Produzenten wahrlich ein Coup gelungen, denn vergleicht man mal Schauspieler und Original, könnte es sich hier wirklich um Brüder handeln. Gerade dieses blonde, lockenköpfige Unschuldsgesicht ist es dann auch, was ihn zunächst als harmlos erscheinen lässt.

Nun muss man aber 2 Dinge wissen. Der Film lief in Cannes und wurde von Alomodovar produziert. Für Menschen die gerne einen normalen Thriller um einen Serienkiller schauen, verheißt dies nichts gutes, denn beides deutet wieder auf viel Kunstanspruch hin.

Und so ist es dann auch. Der Regisseur konzentriert sich zu sehr auf schöne Bilder und schicke Ausstattung, während die Handlung dabei etwas unglaubwürdig wirkt. Auch einige Reaktionen der Protagonisten und Opfer (wie zum Beispiel der alte Mann) sind vollkommen seltsam und künstlerisch komplett überfrachtet. Zudem ist der Erzählstil doch teilweise sehr elegisch.

In Cannes wurde das Ding abgefeiert und im Internet bekommt der Streifen auch durchweg gute Bewertungen, was ich aus rein handwerklicher Sicht auch verstehen kann. Denn optisch und inszenatorisch ist das hohes Niveau.

Wer allerdings glaubt hier seien stringenten Serienkiller-Streifen und durchweg spannenden Thriller zu sehen bekommt, der wird enttäuscht sein. Eher was für Feuilleton, als für den normalen Konsumenten daher auch unbewertbar.

AVENGEMENT – BLUTIGER FREIGANG (Koch Media)

am 18. Juli 2019 unter Action abgelegt

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Cain bekommt Freigang um seine tödlich erkrankte Mutter noch einmal zu besuchen. Das nutzt er natürlich um seinen Wächtern zu entfliehen und kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Er will Rache an denjenigen nehmen, die ihn zu dem machten, was er ist – ein kaltherziger Killer. Es kommt zu einem Showdown in einer Kneipe, bei dem es reichlich Blut und Tote gibt.

Diese Zusammenfassung hört sich insgesamt banaler an, als der Film eigentlich ist, denn wie man in kurzen Rückblenden zeigt, wie Cain zu dem wurde was er nun eben ist, ist erstaunlich gut gemacht. Gerade diese Rückwärts gewandte Erzählform sorgt oft dafür, dass die Spannung verloren geht – gelingt hier aber sehr gut.

Natürlich kann man bei einem Film mit Scott Adkins keinen schauspielerischen Tiefgang erwarten und ich denke auch nicht, dass seine Anhänger diesen überhaupt wollen. Das der Mann kein Talent hat, sollte jedem klar sein, aber speziell für diesen Streifen hier ist seine Besetzung optimal.

Ich bin ja nun kein ausgewiesener Freund von Actionfilmen, habe aber die 90 Minuten durchgeschaut ohne Unterbrechung und fand ihn recht stimmig.

Allerdings bekommt er im Internet von seiner Zielgruppe durchweg schlechte Bewertungen, und zwar weil 73 Sekunden fehlen. Das hört sich wenig an, kann aber, wenn es um brutale Szenen geht, ganz schön lang sein. Zudem sind die Schnitte total beschissen gemacht.

Nun ist es immer schwierig dies mit zu bewerten, denn weder die Firma Koch Media, noch der Film selbst können ja etwas dafür, das man in Deutschland immer noch eint, uns bevormunden zu müssen. Daher ist es immer grenzwertig den Streifen dann niederzumachen.

Fazit: Durchaus unterhaltsam (und bei ofdb auch hoch bewertet), wenn auch nicht sonderlich anspruchsvoll. Bewertung entfällt aufgrund der geschnittenen Fassung.

BEN IS BACK (Universum Film)

am 03. Juli 2019 unter Drama, Thriller abgelegt

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Holly Burns ist hin- und hergerissen, als ihr 19-jähriger Sohn Ben an Heiligabend unverhofft vor der Tür steht. Die vierfache Mutter möchte nur zu gern glauben, dass ihr Ältester sein Drogenproblem endlich im Griff hat. Aber die Zweifel bleiben. Vor allem Schwester Ivy und Stiefvater Neal sind äußerst skeptisch – zu oft wurden sie von ihm enttäuscht. Er will nur einen Tag bleiben, doch in den folgenden 24 Stunden versucht Holly alles, um ihre Familie zusammenzuhalten und folgt Ben auf Schritt und Tritt – doch das reicht leider nicht, denn als sich herumspricht, dass er wieder im Lande ist, kommen die alten Dämonen wieder zum Vorschein.

Es ist für mich wirklich schwierig für mich einen Film zu schauen, in dem Julia Roberts eine so große Rolle spielt, denn die Frau ist für mich die überbewerteste Schauspielerin aller Zeiten, was bei den vielen, die diesen zweifelhaften Ruf genießen, fast schon ein Kunststück ist.

ABER – in diesem Streifen war ich wirklich überrascht, denn die Mutterrolle, die partiell sehr tough angelegt ist, spielt sie doch erstaunlich glaubwürdig, wird jedoch auch von einem hervorragenden Cast unterstützt, denn insbesondere der von mir ebenfalls nicht sonderlich hoch eingeschätzte Lucas Hedges spielt herausragend.

Die Geschichte ist 70 Minuten lang durchaus nachvollziehbar und auch realitätsnah erzählt. Gegen Ende wirkt es aber dann doch etwas überkonstruiert und auch der Abschluss ist mir einen Tick zu optimistisch geraten.

Besonders gelungen hingegen sind die Stellen, wo man geschildert bekommt, wen Ben durch seine Drogensucht mit auf dem Gewissen hat, zumal er mit dem Mist auch dealte. Das sind die ganz starken Momente in dem Film – die Konfrontation mit den Opfern oder den Hinterbliebenen der Opfer – und da hat der Film auch wirklich Qualität.

Fazit: Überraschend gute Vorstellung von Frau Roberts, in einem sehr einfühlsamen Streifen, der nur gegen Ende einen Tick zu viel will. Interessant auch, das sich das Ganze eigentlich 40 Minuten im Drama-Genre aufhält und dann immer mehr zum Thriller mutiert. Insgesamt wirklich gelungen.

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INSEL DES SCHRECKENS (Koch Media)

am 03. Juli 2019 unter Horror, Klassiker abgelegt

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Eine abgelegene Insel vor der Küste Irlands wird zum Schauplatz grauenvoller Ereignisse: Immer wieder werden grausam entstellte Leichen entdeckt, denen sämtliche Knochen fehlen! Selbst der renommierte Londoner Pathologe Dr. Stanley steht vor einem Rätsel. Bis man dann auf einer Gruppe Wissenschaftler stößt, die schuld an dem ganzen Unheil sind, obwohl sie eigentlich etwas gutes im Sinn hatten – nämlich die Heilung von Krebs. Doch deren Chef hat anscheinend etwas gänzlich anderes im Sinn.

Ich bin in Horrorfilmen der 60er nicht wirklich bewandert. Auch der kürzlich von mir besprochene BRENNENDER TOD war mir völlig unbekannt und so ist es auch mit diesem Streifen hier.

Wiederum zeichnet Terence Fisher als Regisseur verantwortlich und wie bei oben genanntem Streifen ist auch Peter Cushing wieder als vermeintlicher Top-Star am Start, obwohl der auch ziemlich viel Müll gedreht hat.

Natürlich könnte man das heute im Zeitalter der CGIs alles viel besser drehen – und die vermeintlich schrecklichen Wesen wirken eigentlich eher putzig, aber der Film hat immerhin über 50 Jahre auf dem Buckel – das waren eben andere Zeiten.

Über die technische Umsetzung gibt es mal wieder wenig zu mosern, da hält KOCH MEDIA den hohen Standard. Besonders das Bild ist von der ersten Minute an fast gestochen scharf, hat aber später einige kleine Abschnitte, in denen es leicht grieselt – dies allerdings wirklich selten und kurz und auch in einem absolut akzeptablen Bereich.

Neben dem schicken Mediabook gibt es auch hier wieder jede Menge Extras und ich frage mich, wo man diese immer ausbuddelt, denn damals wurde ja noch nicht für den DVD Markt produziert.

Es gibt zum Beispiel ein Interview von Christopher Lee über den Regisseur, eine Bildergalerie mit Werbematerial und einen extra aufgenommen Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, einem bekannten deutschen Filmwissenschaftler.

Fazit: Technisch wie immer auf dem neusten Stand, wissen vor allem das schöne Booklet und das tolle Inlay an dieser Veröffentlichung zu überzeugen.

ROMANS (Koch Media)

am 03. Juli 2019 unter Drama abgelegt

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Malky ist ein Abrissarbeiter in den Dreißigern. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrt, um dort beim Abriss der örtlichen Kirche mitzuhelfen, wird er mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert. In jener Kirche wurde er als Junge vom damaligen Priester sexuell missbraucht. Das Trauma der Vergangenheit hat Spuren hinterlassen. Malky hat Probleme, eine normale Beziehung zu führen und neigt schnell zu Gewalt. Sein Leben gerät endgültig aus den Fugen, als er seinem Peiniger aus Kindertagen plötzlich unerwartet gegenübersteht. Rachegedanken keimen in ihm auf. Doch soll wirklich eine Vergeltungstat sein künftiges Schicksal bestimmen?

Die Beschreibung des Films habe ich übernommen, denn sie hört sich eigentlich gut an. Leider begeht man allerdings den Fehler, die Nebenhandlungen zu sehr ausufern zu lassen, denn die sind teilweise nicht wirklich zielführend und nehmen dem Film sehr oft das Tempo.

Zudem hätte ich nicht wirklich Orlando Bloom für diese Rolle gewählt. Man verbindet ihn einfach zu sehr mit dem Mainstreamfilm und irgendwie will er nicht so wirklich in die Rolle passen – da hat mir sein Indie-Ausflug in ZULU deutlich besser gefallen.

Grundsätzlich mag ich ja solche kleinen Filme und wie bereits erwähnt gäbe die Geschichte ja auch einiges her, doch es dauert schon mal über eine halbe Stunde bevor es überhaupt einmal zum ersten kleinen „Duell“ zwischen den vermeintlichen Feinden kommt – bis dahin erzählt man zwar sehr viel über das Leben des Hauptdarstellers und sein Umfeld, was mir aber alles etwas zu behäbig von statten geht.

Bei ofdb wird der Film in den Himmel gehoben – da kann ich mich leider nur bedingt anschließen. Alles in allem solide, aber ich finde man hätte hier deutlich mehr herausholen können und arbeitet sich an zu vielen Nebenschauplätzen ab, die nicht wirklich nötig gewesen wären.

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SO VIEL ZEIT (Universum Film)

am 03. Juli 2019 unter Drama, Komödie abgelegt

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Rainers Leben läuft ganz und gar nicht so, wie er sich das als junger Mann erträumt hat. Sein Job langweilt ihn, seine Frau hat ihn verlassen und sein Sohn hätte sich einen tolleren Papa gewünscht. Außerdem gibt es eine Sache, die Rainer in seinem Leben richtig verbockt hat: Damals vor 30 Jahren hat er den Durchbruch seiner Band „Bochums Steine“ auf offener Bühne ruiniert. Seine Bandkollegen Bulle , Konni , Thomas und besonders Ole haben ihm das nie verziehen. Dann offenbart ihm seine Ärztin, dass er einen Hirntumor hat, der wohl nicht mehr heilbar ist. Rainer beschließt, noch einmal alles zu geben und versucht die alte Band wieder zusammenzutrommeln um ein Comeback von „Bochums Steine“ zu ermöglichen! Doch wie werden seine alten Bandkollegen und der damalige Manager auf den Vorschlag reagieren?

SO VIEL ZEIT ist ein Film, den man bei allem, was man hier an durchaus vorhersehbaren Klischees geliefert bekommt, nicht wirklich schlecht bewerten kann, denn dazu ist die Grundidee zu gut und vor allem das ständige Konterkarieren der Musiker mit ihrem Alter sorgt für Lacher.

Auch an der Besetzung hat man nicht wirklich etwas falsch gemacht und mit Liefers, Rohde und Müller echte Typen am Start, denen man diese Rolle auch abnimmt. Vogels Charakter ist mir hingegen einen Tick zu sehr over the top.

Das absehbare (fast) Happy-End ist mir etwas zu aufgesetzt, denn trotz des Comebacks (ich glaube nicht, dass ich da zu viel spoilere) wird Rainer eben bald sterben, was gegen Ende komplett ausgeblendet wird.

Interessant sind die Reaktionen, die man so im Netz findet – viele zerreißen den Streifen, weil er sich nicht an die Buchvorlage hält, denn da hatte wohl der Protagonist keine tödliche Krankheit, was vielen bitter aufstößt. Klar denn diese Fakt spielt im Film ja schon eine große Rolle und ist Basis für das Comeback.

Trotzdem – wie schon oben erwähnt, kann man dem Film einfach keine schlechte Bewertung geben, dafür ist er einfach zu gut gespielt und auch zu unterhaltsam, denn es gibt hier nahezu keine Durchhänger. Droht die Geschichte einmal stecken zu bleiben, wird das Ganze mit einigen kurzen Nebenhandlungen (Prügelei an der Tankstelle) einfach anders überbrückt.

Unter dem Strich ein irgendwie liebenswerter Film, der jedoch nicht wirklich realistisch erscheint.

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THE PRODIGY (Splendid)

am 25. Juni 2019 unter Horror abgelegt

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Das beunruhigende Verhalten ihres jungen Sohnes Miles deutet zunächst darauf hin, dass er überdurchschnittlich intelligent ist. Doch mit der Zeit verdichten sich die Anzeichen, dass eine unheimliche Macht Besitz von dem Jungen ergriffen hat. Ein Therapeut findet heraus, dass zur haargenau gleichen Zeit als Miles geboren wurde , ein Massenmörder starb. Dieser kehrt nun durch den Jungen zurück und will etwas zu Ende bringen. So toben in Miles 2 verschiedene Persönlichkeiten und die Seele des Mörders scheint immer mehr die Kontrolle zu übernehmen. Als Mama Sarah herausfindet, was der Killer noch auf dieser Welt zu erledigen hat, trifft sie eine schwere Entscheidung.

Das hört sich jetzt deutlich kruder an als es in Wirklichkeit gezeigt wird, denn auch wenn das natürlich schwer zu glauben ist (es sei denn man ist Reinkarnationsjünger) wird das ganze sehr schön erklärt und nicht einfach als Fakt hingenommen.

PRODIGY ist für mich einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Das liegt zum einen an dem hervorragenden Spannungsaufbau und am Erzählstil. Man verstrickt sich nicht in ewigen Einführungen, sondern in weniger als 20 Minuten sind die grundsätzlich wichtigen Dinge erzählt und dann kann es losgehen mit dem Grauen.

Die Darsteller sind nicht wirklich aus der A-Riege – muss aber auch nicht sein. Der bekannteste ist wohl Colm Feore, den man eh immer gerne sieht und die Mutter muss wohl eine Darstellerin aus ORANGE IS THE NEW BLACK sein, eine beliebte Serie, die ich aber nie konsumiert habe.

Eine Oscarnominierung hätte ich dem kleinen Kerl gewünscht, der den Miles spielt und ich denke von dem werden wir noch viel hören. Aufgrund seiner Rolle muss er zwischen Angst, Trauer und auch Rachsucht alle Gefühlszustände darstellen und erledigt das mit Bravour.

Zudem bin ich 3 mal wirklich erschrocken, was mir sehr sehr selten passiert. Der Film ist ja eigentlich vom Budget ein B-Movie, hat aber die optische Eleganz eines Majorfilms, den man ohne Probleme in einer Filmnacht mit High-Budget-Produktionen laufen lassen könnte, ohne das ein Unterschied zu erkennen wäre, was auch an der famosen Regie von Nicholas Mc Carthy liegt, der bislang nur durch THE PACT aufgefallen ist.

Im Vorspann taucht tatsächlich ORION Pictures mit dem alten Logo auf – ich wusste gar nicht, dass es diese Firma noch gibt, denn in den 80ern veröffentlichten sie regelmäßig Filme und waren im VHS Zeitalter sehr präsent.

Fazit: Spannender und teilweise wirklich origineller Horrorfilm, der durch gute Atmosphäre glänzt. Einen besonderen Pluspunkt bekommt das Ende, das glücklicherweise NICHT auf Mainstream gebürstet wurde – insofern unterscheidet sich hier THE PRODIGY doch von üblichen A-Movies.

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KANSAS CITY – MEDIABOOK (Koch Media)

am 25. Juni 2019 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Die Telegrafistin Blondie O’Hare entführt die Frau eines angesehenen Politikers. Sie will auf diesem Wege Hilfe erpressen für ihren Mann, einen kleinen Ganoven, der sich mit dem schwarzen Establishments angelegte und nun in der Klemme steckt. Der Film beobachtet die 24stündige Odyssee der beiden ungleichen Frauen durch eine Stadt, wo eine Kommunalwahl und ein Jazz-Wettbewerb die Gemüter bis zum Siedepunkt erhitzen…

Der letzte Satz sagt alles…man sollte schon eine gewisse Affinität zum Jazz mitbringen, die ich leider nicht besitze – bei mir geht das doch eher in Richtung Elektronik oder Gitarren-Pop. Von daher kann ich die reichlich vorhandene Musik nur bedingt beurteilen.

Altman hatte früher den gleichen Status wie Clint Eastwood heute. Wenn er rief, kamen sie alle, es traute sich fast keiner abzusagen, denn jeder wollte mit dem Altmeister zusammenarbeiten und er hatte in seinen Schaffensjahren so ziemlich jeden, in der jeweiligen Dekade bekannten Star, vor seiner Linse.

Das Mediabook ist sehr schon gestaltet. Neben einem schicken Inlay, in dem es Hintergründe zum Film gibt, hat man auch noch jede Menge Extras mit draufgepackt. Es gibt eine eigene Dokumentation über die Entstehung des Streifens, einen kurzen Blick hinter die Kulissen, Interviews mit vielen der Beteiligten und eine hübsche Bildergalerie.

Ich persönlich fand den Film sogar recht unterhaltsam, obwohl ich grundsätzlich eher nicht der Fan von Streifen bin, die in den 20ern und 30ern spielen. Aber die Kulissen wirken sehr authentisch und schick.

Neben Harry Belafonte in einer völlig ungewohnten Rolle, stehen unter anderem Jennifer Jason Leigh, Miranda Richardson und Steve Buscemi (der darf bei sowas nicht fehlen) auf der imposanten Besetzungsliste.

Der Film hat mittlerweile auch ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel, was aber nichts an der sehr guten Bildqualität ändert. Ob hier restauriert wurde weiß ich nicht, aber das Bild ist glasklar, vielleicht an manchen Stellen einen Tick zu hell. Die Jazzmusik und die Dialoge schallen satt aus den Boxen und werden Fans dieser Musik begeistern.

Ich habe hier eher die Qualität der Veröffentlichung an sich beurteilt, da ich wie gesagt mit Streifen, die in diesen Jahrzehnten spielen, wenig anfangen kann. Trotzdem habe ich ihn mir komplett angesehen und fand ihn durchaus unterhaltsam. Das sollte Fans dieses Films und der Jazzmusik erst recht animieren, diesen zu kaufen.

BLAME (Little Brother Films/Alive)

am 25. Juni 2019 unter Reviews abgelegt

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Nach ihrer Krankheit wagt sich die stille Abigail zum ersten Mal wieder in ihre Schule. Kaum angekommen, muss sie bereits die Provokationen ihrer manipulativen Mitschülerin Melissa ertragen. Als sie von ihrem neuen, attraktiven Aushilfslehrer für die Hauptrolle des begehrten Schultheaterstücks ausgewählt wird, werden die beiden zu Rivalen. Die beginnenden Annäherungen zwischen Abigail und ihrem Lehrer spielen Melissa dabei in die Hände. Ihr ist jedes Mittel Recht um sie zu bekämpfen. Auch wenn dies dunkle Geheimnisse ans Licht bringt.

Die Zusammenfassung des offiziellen Pressetextes ist sehr gelungen, das Problem ist nur, dass der Film sie in weiten Teilen verlässt und somit irgendwie komplett richtungslos wird.

Alle Dinge werden irgendwie angeschnitten und nicht wirklich auserzählt. Sei es jetzt die Romanze mit dem Lehrer, sei es Mobbing an der Schule, sei es Freunde verlassen um dazuzugehören. Alles wird nur gestreift.

Zudem und das gebe ich offen zu, habe ich die letzten 10 Minuten nicht verstanden, Weder das „Geständnis von Melissa noch das Treffen zwischen Abigail und ihrem Lehrer, kann mir jemand den Sinn bitte mal erklären?

Die Darstellerinnen machen ihre Sache durchaus ordentlich, wobei das Mädel, dass der heißeste Feger der ganzen Schule sein soll, jetzt so gar nicht mein Typ wäre, aber das spielt weniger eine Rolle, denn das ist ja mein persönlicher Geschmack.

Auch kann sich der Film nicht wirklich für ein Genre entscheiden. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber hier wird Drama mit leichten Thrillerelementen und auch Komödie (zumindest schwarzhumorig) vermischt und dieser Mix will nicht wirklich aufgehen.

Nach Ansicht der 90 Minuten ist man keinesfalls gelangweilt, aber auch irgendwie nicht wirklich befriedigt. Kann man sich mal ansehen, muss man aber nicht.

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